Möbel, Kosmetik, Markenschuhe: H&M will sich verbreitern

Der schwedische Konzern reagiert auf die harte chinesische Konkurrenz im Kleidermarkt, indem er Diversifizierung sucht.

18.07.2023
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Dass man bei Hennes & Mauritz auch Möbel kaufen kann, ist wohl hierzulande vielen unbekannt. Denn in der Schweiz gibt es bislang bloss einen «H&M Home»-Store: Er wurde im Sommer 2020 im Glattzentrum eröffnet und offeriert primär Deko-Waren.
Aber vielleicht denkt die Kundschaft dereinst bei Schwedenmöbeln nicht mehr automatisch an Ikea.
Jedenfalls plant der schwedische Textilriese, auf drei Ebenen sein Wachstum zu intensivieren. Erstens mit den H&M-Home-Produkten. Zweitens mit Kosmetik-Artikeln. Und drittens durch die Integration von bekannten Marken ins Kleider- und Schuh-Sortiment.
Dies meldet das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Eingeweihte und Branchenanalysten.
Ein Beispiel für die neue Marken-Offenheit von H&M bieten die Kunststoff-Clogs von Crocs: Sie lassen sich mittlerweile in vielen Märkten bei Ikea finden.
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Crocs-Angebot bei H&M Deutschland.
Im Hintergrund steht, dass H&M in den letzten Quartalen recht enttäuschende Wachstumszahlen vorlegte: Zuerst schwächte die Pandemie das Geschäft, dann litt die Konsumenten-Stimmung unter Krieg und Inflation, und schliesslich machen die chinesischen Schnell-&-billig-Lieferanten Shein und Temu den Schweden das Leben schwer.
Wie das «Wall Street Journal» nun vorrechnet, hat Hennes & Mauritz die Zahl seiner Home-Stores in den letzten Monaten von 11 auf 32 erhöht; in weltweit 400 Modeshops richtete der Konzern eine Deko-Ecke ein. (Interessanterweise ist der H&M-Kleiderstore an der Zürcher Bahnhofstrasse bei Google nun als «H&M Home»-Store eingetragen.)
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Möbelauswahl auf H&M Online Schweiz.
Parallel dazu wird das Beauty- und Körperpflege-Angebot ausgebaut. Wie bekannt, hat der Konzern im April seinen ersten Beauty-Brand lanciert: «OHH!», so der Name, abgekürzt für: Oh Hey Hero.
Das Startangebot bestand aus «veganen Alltagsutensilien», vom Rasierer über Körperpeeling bis zur Feuchtigkeitscreme.

«Beginn einer Reise»

Kurz darauf wurde der erste «H&M Beauty»-Schönheitssalon in Oslo eröffnet. Auf 300 Quadratmetern finden sich dort neben der neuen Eigenmarke auch 80 Fremdmarken wie Huda Beauty, Kayali oder Origins, die zum Teil auch schon in den H&M-Kleidergeschäften erhältlich sind.
Das neue Geschäft sei «der Beginn der Reise von H&M Beauty, mit dem Ziel, ein physisches und digitales Beauty-Universum zu schaffen, in dem sich die Kunden inspirieren lassen und ihren kompletten Look kaufen können», schrieb das Unternehmen damals zur neuen Strategie.
Die Expansion in andere Branchen dürfte für die Schweden herausfordernd sein, mutmasst Jelena Sokolova, Analystin beim Finanzkonzern Morningstar, im «Wall Street Journal». Schliesslich sei die Beauty-Branche unheimlich wettbewerbsintensiv.
Andererseits könnte diese Diversifizierung den Konzern für die Kunden interessanter machen.
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