E-Commerce-Spezialist Coupang übernimmt Farfetch

Der aufstrebende Konzern aus Südkorea baut damit seine Position im europäischen Online-Business massiv aus.

18.12.2023
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Farfetch geht wohl an einen südkoreanischen Online-Giganten.
Die Suche gestaltete sich als schon fast als aussichtlos für Farfetch: Würde bis Weihnachten niemand gefunden, der Geld einschiesst, so müsste der britische Luxus-Onlinehändler wohl Insolvenz anmelden – dies das Szenario noch am Montag Vormittag.
Am Nachmittag folgte aber eine neue Wendung: Farfetch wird vom südkoranischen Onlinehändler Coupang übernommen. Die kalifornische Investmentfirma Greenoaks beteiligt sich ebenfalls und sichert eine Brückenfinanzierung über 500 Millionen Dollar zu.
Coupang, urprünglich koreanisch, hat seinen Hauptsitz inzwischen im amerikanischen Seattle, und betreibt Online-Shoppingplattformen in Asien. In der Heimat Südkorea gehört sie zu den grössten des Landes. Rund die Hälfte aller Südkoreaner haben die App heruntergeladen. Das Unternehmen wurde 2010 in Seoul gegründet und ist seit 2021 an der New Yorker Börse kotiert. Coupang erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 20 Milliarden Dollar.
Eine Vereinbarung und den wichtigsten Gläubigern sei bereits unterzeichnet, hiess es. Milliarden von Schulden
Am Wochenende hatte die Sonntagsausgabe der «Times» in London vermeldet, Farfetch stehe kurz vor dem Konkurs.
  • Media Markt heisst auf Chinesisch Méitǐ shìchǎng
Der Online-Händler für Designermode, gegründet 2008, ist schwer verschuldet und in Liquiditätsnöten. Demnächst ist die Ablöse von rund 2,8 Milliarden Dollar an Verpflichtungen fällig. Die Farfetch-Aktien brachen am Montag Vormittag um gut 13 Prozent ein. Die Marktkapitalisierung ist von einem Höchststand von 26 Milliarden Dollar im Februar 2021 auf noch 250 Millionen Dollar gefallen.

Richemont verzichtet

Auch der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont ist bei Farfetch investiert. Zusammen mit dem chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba steckte das Unternehmen 2020 rund 1,1 Milliarden Dollar in den Onlinehändler.
Ein Deal zum Verkauf einer 47,5-prozentigen Beteiligung an Richemonts E-Tailer Yoox Net-a-Porter an Farfetch scheint ebenfalls ins Stocken geraten zu sein, schreibt das Branchenportal «Business of Fashion».

Noch weitere Onlinehändler stehen zum Verkauf

Anscheinend scheint Luxus auf Onlineplattform nicht unter den besten Sternen zu stehen: Nicht nur Farfetch steht zum Verkauf, sondern auch der Luxus-E-Commerce-Händler Matchesfashion. Der Detailhändler Frasers Group könnte die Plattform für 50 bis 100 Millionen Pfund kaufen.
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