Reformhaus Müller: 35 Standorte en bloc zu haben

Die Konkursverwalter streben einen «Gesamtverkauf» der Biomarkt-Kette an. Müller-Grossaktionärin Migros dementiert ein Interesse.

31.01.2023
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Zusammen zu haben: Müller-Standorte in Serfontana TI, St. Gallen, Solothurn, Emmen   |  Bilder: PD
Das Notariatsinspektorat des Kantons Zürich startet bald die nächste Stufe bei der Verarbeitung des Konkurses der «Reformhaus»-Kette: Bis Freitag, 3. Februar 2022, können sich Interessenten melden, die an den Überresten interessiert sind.
«Zum Erhalt des Goodwills aufgrund der im Markt bekannten und wertvollen Marken des Reformhauses Müller wird vorliegend ein 'Gesamtverkauf' mit möglichst vielen Filialen angestrebt», heisst es im Prozess-Brief, der letzte Woche aufgeschaltet wurde. Und weiter: «Das Reformhaus Müller hat vor Konkurseröffnung zwei Standorte (Standorte Olten und Stauffacher) bereits aufgegeben, weshalb die Weiterführung dieser Standorte mit den ursprünglichen Mietverträgen nicht mehr möglich ist.»

Je mehr, desto bessere Chancen

Das heisst: Insgesamt 35 Filialen mitsamt den Lagerbeständen und Einrichtungen sind auf dem Markt; und wenn immer möglich, sollen sie gemeinsam übernommen werden. Beim Angebots-Formular kann und soll man auch gleich eintragen, ob ein Weiterbetrieb geplant ist und wieviele Angestellte man übernehmen möchte.
Die Offerten für die erste Bieterrunde müssen bis am Mittag des 3. Februar 2023 abgegeben werden. Der Entscheid soll dann bis Ende Februar fallen.
Bei der Beurteilung spiele nicht nur der Kaufpreis eine Rolle, «sondern auch die Bereitschaft, Mietverträge sowie Passiven zu übernehmen bzw. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen weiter- bzw. neu zu beschäftigen», formulieren die Notare. «Ebenfalls positiv berücksichtigt wird die Bereitschaft, nicht übernommene Filialen zu räumen.»

Medbase & Topwell = Müller & Migros

Nachdem die Blätter der CH-Media über die amtlichen Auktions-Aktion berichtet hatten, verwies ein Innerschweizer Unternehmer in einem Leserbrief auf ein kaum beachtetes Detail. Die bekannte – und nun konkursite – Reformhauskette hatte einen noch bekannteren Aktionär: die Migros.
Der MGB war seit Früjahr 2019 zu 40 Prozent an der Bio-Kette beteiligt; denn als Medbase damals die Topwell-Gruppe übernahm, gelangte der Konzern indirekt zu dieser Minderheitsbeteiligung.
Dies wiederum führt zur Vermutung, dass der M-Konzern bei der umfassenden Liquidierung die Standorte reihenweise zu chicen Konditionen schlucken könnte – zum Nutzen seiner Bio-Tochter Alnatura.
Das allerdings dementiert die Migros auf Nachfrage der «Handelszeitung»: «Dies trifft nicht zu, die Migros und damit Alnatura Schweiz sind nicht an den erwähnten Standorten interessiert», so die Auskunft dort.
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