Spar-Läden und Avia-Tankstellen zeigen Werbespots

Nach TopPharm und MElectronics zieht der Werbescreen-Vermarkter Excom auch Spar an Land.

15.09.2022
image
Spar-Bildschirm mit Ausverkaufswerbung | Bild: PD Excom Media
Der Point of Sale (POS) wird immer mehr zum Point of Advertising. Besonders erfolgreich im Retail-Media-Business ist das Zürcher Unternehmen Excom Media: Nach den 130 Filialen der TopPharm-Apothekenkette und 100 Standorten der Migros-Tochter MElectronics wird Excom in Zukunft auch 350 POS-Screens in 160 Spar-Filialen bespielen – genauer: in den Spar-Supermärkten und Filialen von TopCC, Spar Express und Spar Mini.
Dazu folgen nächstes Jahr die 100 Bildschirme in den Spar-Shops in Avia-Tankstellen. Bereits seit längerem im Portfolio von Excom Media sind die Bildkanäle der Apothekenketten Rotpunkt und MedBase.
«Wir kommen unserem Ziel, der grösste digitale Werbevermarkter am und um den POS zu werden, wieder einen Schritt näher», kommentiert Marc Goetti, CEO des Werbevermarkters, die Zusammenarbeit mit TopPharm.

Werbung, wo der Kunde hinschaut

Die Kundschaft kommt um die Werbebotschaften kaum mehr herum: Während bei MElectronics die TV-Bildschirme an den Verkaufswänden Werbung transportieren, sind es in Apotheken häufig auch Screens in Schaufenstern.
Bei Spar sind die Screens so platziert, «dass die dynamischen Werbespots aus den sonst statischen Regalumfeld markant hervortreten und das in unseren Hochfrequenzzonen», sagt Marco Zbinden, Head of Sales & Marketing bei Spar. Das sei «spannend für den nationalen und regionalen Werbemarkt, zu dem uns Excom Media nun den Zugang ermöglicht».

Obi vermarktet gesamten Customer Journey

Den Wert von Werbeausstrahlungen am POS hat der Do-it-Konzern Obi vor längerer Zeit erkannt. 2018 gründete er dazu die Tochter Obi First Media Group, die kürzlich die digitalen Medienkanäle in ihren Filialen auch für neue Markenpartner von ausserhalb des klassischen Do-it-yourself-Segments geöffnet hat, wie das Werbemagazin «Adzine» schreibt.
image
Retail-Media von Obi auf Tablet | Bild: PD Obi
Dabei stellt das Unternehmen nicht nur auf die Bildschirme am POS ab, sondern es sorgt für durchgehende Berieselung mit Werbebotschaften auf dem ganzen Customer Journey – «in individuellen Brand Shops, kundennah am POS, praxisorientiert in der heyOBI App und attraktiv im redaktionellen Umfeld», wie die Obi First Media Group schreibt.
Patricia Grundmann, Direktorin Retail Media der Obi First Media Group, sieht das Angebot als Teil der digitalen Transformation, deren Ziel es sei, die jünger werdende Kundschaft zu erreichen: «Wir sehen in einem wachsenden Retail-Media-Markt grosse Chancen für neue Zielgruppen und neue Markenpartner, die von unserer umfassenden Expertise und langjährigen Erfahrung profitieren werden.»

Starkes Wachstum erwartet

In den USA wird Retail Media laut Branchenberichten 2022 über 40 Milliarden Dollar Umsatz generieren (hier, hier). In zwei Jahren, so die Prognosen, sollen es über 60 Milliarden sein. In Europa lauten die entsprechenden Zahlen: 10 Milliarden Euro für 2022 und rund 18 Milliarden für 2024 (hier). Es gibt also noch Luft nach oben.
  • handel
  • marketing
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Toujust: In diesem Laden sind die Lieferanten auch Aktionäre

In Frankreich startet eine neuartige Supermarkt-Kette. Konzept: Tiefere Preise, da die Lieferanten beteiligt sind.

image

Diese Artikel verkaufen Influencer am besten

Hairstyler, Lippenstifte, Handtaschen, Pfannen, Hautcremen: Die Bestseller der Influencer gleichen dem Angebot im Shopping-TV.

image

Aldi und die unverschämteste Werbeaktion des Jahres

Ein Bus fängt die Kunden vor den Filialen der Konkurrenz ab. So etwas kam nicht mal Dutti in den Sinn.

image

Galaxus verrät Retouren- und Reparaturquoten

Die Kunden erfahren, wie oft Markenartikel zurückgeschickt werden, weil sie nicht funktionieren. Und wie lange die Reparatur im Schnitt dauert.

image

2022 bescherte Spirituosen-Herstellern gute Geschäfte

Der britische Konzern Diageo («Johnnie Walker») machte im zweiten Halbjahr deutlich mehr Umsatz. Und auch der Cognac-Handel florierte 2022 trotz Krise.

image

Inditex setzt sich Quote für Behinderte in Belegschaft

Der Mutterkonzern von Zara will mindestens jeden 50. Arbeitsplatz mit einem behinderten Menschen besetzen.