Ständerat: Nutri-Score soll freiwillig bleiben

Die kleine Parlamentskammer meldet diverse Vorbehalte gegen die «Ernährungs-Ampel» an.

6.06.2023
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Guter Score bedeutet nicht unbedingt Ausgewogenheit: Ständeratssaal   |  Bild: Parlamentsdienste.
Der Ständerat hat heute – gegen den Willen des Bundesrats – eine Motion angenommen, die einige Abstriche beim Nutri-Score vornimmt und das Engagement des Bundes hier bremsen will.
So fordert die kleine Kammer, dass der Einsatz der «Lebensmittelampel» auch in Zukunft freiwillig bleibt; dass der Bund in seiner Informationsprolitik nicht bloss den Nutri-Score vorantreibt, sondern das gesamtheitlichere Ziel einer ausgewogenen Ernährung fördert; oder dass sichergestellt wird, dass der Nutri-Score nicht zur Diskriminierung eingesetzt wird.
Der Bundesrat soll nun dazu entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, so der Vorstoss. Der Ständerat nahm die Motion zum Nutri-Score mit 33 zu 8 Stimmen an. Als nächstes muss sich der Nationalrat damit befassen.

Bremse anziehen

Der Nutri-Score informiert auf einer Skala von grün (= ausgewogen) bis rot (= unausgewogen) über die Nährwerte eines Nahrungsmittels. Die entsprechende Kommission des Ständerats war aktiv geworden, weil sie befürchtete, dass durch den Nutri-Score bestimmte Hersteller benachteiligt werden und dass der Wettbewerb verzerrt werde. Ihr Vorwurf: Der Nutri-Score sei zu stark vereinfacht; er berücksichtige Verarbeitungsgrad, Zusatzstoffe, Nachhaltigkeit, Produktionsmethode und Herkunft zu wenig.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV verwaltet den Nutri-Score in der Schweiz. Die Marke Nutri-Score selber gehört der französischen Gesundheitsagentur Santé Publique France. Im Hintergrund steht auch, dass die EU prüft, den Nutri-Score zur offiziell empfohlene Nährwertkennzeichnung zu machen; hier will der Ständerat nun offenbar früh genug eine Bremse anziehen.
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