Transgourmet eröffnet in Spanien zwei Läden pro Woche

Die Coop-Tochter legt am Mittelmeer ein forsches Expansionstempo hin. In der ersten Jahreshälfte kamen 46 neue Supermärkte hinzu.

14.07.2022
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Filiale der Suma-Kette, die zu Transgourmet España gehört   |   Bild: PD
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Wenn Sie in den Sommerferien in Spanien sind und wieder mal zu Coop möchten, dann gehen Sie doch einfach zu Proxim. Oder in einen Suma-Laden. Oder zu zu Spar.
Davon gibt's im ganzen Land reihenweise Filialen, neu eröffnet, auch auf Urlaubsinseln wie Lanzarote oder Mallorca.
Und die Supermarkt-Marken Suma, Proxim und Spar gehören zu Coop, oder genauer zur Tochterfirma Transgourmet Ibérica.
Diese legt seit letztem Jahr ein forsches Expansions-Tempo hin: 46 neue Geschäfte feierten seit Jahresbeginn Eröffnung, macht knapp zwei pro Woche. Und im ganzen Jahr 2022 sollen es 100 werden.
Dabei handelt es sich nicht um Engrosmärkte – was das Kerngeschäft der Transgourmet-Gruppe wäre. Sondern um Supermärkte für jedermann.
Als Transgourmet 2021 in Spanien GM Food übernahm und den Namen an das Mutterunternehmen anpasste, führte die neue Tochter knapp über 800 Läden. Ende 2022 sollen es gut 900 sein.
Dazu kommen bereits heute über 2000 unabhängige Detailisten, die von Transgourmet in Spanien beliefert werden.

Lebensmittel-Detailhändler in Spanien

Unternehmen
Filialen
Umsatz in Millionen Euro
Mercadona
1640
26'900
Carrefour
532
10'000
Eroski
1620
5300
Lidl
620
4800
DIA
1520
4500
Alcampo
113
4400
Consum
460
3300
El Corte Inglés
660
2900
Transgourmet (Suma, Proxim, Spar)
850
?
Quelle: Global Data 2020/21 (mit Ausnahme Transgourmet). Zahlen zu 2020.
Misst man es also an der Anzahl Filialen, besitzt Coop jetzt schon der viertgrösste Lebensmittel-Kette zwischen San Sebastián und Las Palmas. Und es liegt beispielsweise deutlich vor Lidl und Carrefour – allerdings mit mehrheitlich kleineren Formaten.
Der spanische Detailhandelskuchen ist umkämpft wie kaum ein anderer in Europa. Neben einheimischen Grössen wie dem Platzhirsch Mercadona oder Eroski, der in wenigen Regionen viele kleine Filialen besitzt, sind hier auch die Franzosen – Carrefour und Alcampo (Auchan) – sowie die deutschen Discounter Aldi und Lidl im Rennen.

Coop und Migros wären auch hier Riesen

Selbst Marcedona, die unbestrittene Nummer eins, kommt mit 27 Milliarden Euro auf wenig mehr Umsatz als Coop (gesamter Detailhandel: 19,6 Milliarden Franken) oder Migros (24,7 Milliarden). Consum auf Rang sieben zieht noch knapp mit Denner gleich, der Schweizer Nummer drei. Alles in allem tummeln sich in Spanien über 50 Detailhandelsketten.
Trotz schwacher Zahlen zu Beginn dieses Jahres waren Marktbeobachter bis anhin optimistisch, dass es Spaniens Lebensmittelhandel in den nächsten Jahren besser gehen wird. Da auch für das Königreich 2022 eine Inflation von 5 bis 10 Prozent vorausgesagt wird, ist dieser Optimismus kritisch einzuschätzen.
Kurz: Spanien könnte ein Markt sein, der noch kräftig konsolidiert werden muss. Und Transgourmet hat in den letzten Monaten gezeigt, dass es sich hier als aktiver Player versteht.

Grosshandel bringt 1,1 Milliarden

Die Coop-Tochter gibt in Spanien keine Zahlen zum Geschäft in ihren Supermärkten bekannt. Mit ihrem Grosshandel setzt sie 1,1 Milliarden Euro um.
Das Unternehmen hat eine wechselvolle Geschichte. Coop übernahm im Frühjahr 2021 die damalige GM Food in Katalonien, ein Unternehmen, das vor allem im Cash&Carry-Geschäft und mit seinen Grossmärkten ein landesweiter Begriff war; danach wurde GM umgetauft in Transgourmet Ibérica – eine geographische Formulierung notabene, die auch Portugal einschliesst.
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