Verein Faire Märkte Schweiz liefert Preismonitor im 3-Monatstakt

Der neue Kostenrechner soll Produkte der beiden Grossverteiler Migros und Coop einschliessen und auf aktuellen Marktzahlen basieren.

10.10.2023
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Migros-Einkaufskorb | Bild: PD Migros
Der erste Preismonitor des im vergangenen Juli gegründeten Vereins Faire Märkte Schweiz (FMS) machte letztes Wochenende Schlagzeilen: Vereinsmitglied und Wirtschaftsprofessor Mathias Binswanger errechnete, dass die Kundschaft von Coop und Migros für Bioprodukte jährlich etwa 100 Millionen Franken zu viel bezahlen würden (mehr dazu hier).
Doch die erste Studie soll erst der Anfang gewesen sein: Der Preismonitor werde zukünftig alle drei Monate neu berechnet, schreibt der Verein auf seiner Website. Er werde Produkte aus diversen Sortimentsbereichen der beiden Grossverteiler umfassen. In einer ersten Phase sollen neben den Preisen von Fleischprodukten auch diverse Milchprodukte, Eier, Gemüse, Kartoffeln und Obst erfasst werden – basierend auf aktuellen Marktzahlen.
Die Grundlage für den Preismonitor berechnet die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), an der Binswanger lehrt, im Auftrag des FMS. Er bringe «in Zusammenhang mit der Nachhaltigkeits- und Fairnessdiskussion Licht in die Preisgestaltung» und gebe Antworten, «wie es um die Konkurrenzfähigkeit von Nachhaltigkeitsprodukten gegenüber Standardprodukten» stehe. Mit dem Monitor liessen sich zudem Aussagen zur Marktmacht ableiten, so die Verantwortlichen.
Allerdings bleibt die Frage, ob der neue Preismonitor nicht alle drei Monate dieselben Ergebnisse abliefert, nämlich: dass die Grossverteiler eine zu hohe Marge auf nachhaltige Label-Produkte schlagen. Ob Coop und Migros damit berechtigte zusätzliche Kosten für die Bio-Ware (etwa in der Logistik, Verpackung oder im Marketing) oder lediglich einen happigen Gewinnzuschlag einkalkulieren, kann auch der Preismonitor nicht ausmachen, so lange die Detailhändler ihre Margengestaltung nicht offenlegen.
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