Frankreichs Detaillisten müssen weiter Kassenzettel drucken

Die Regierung wollte den Kassenzettel-Zwang per Januar 2023 abgeschaffen. Doch das wird verschoben – wegen der Inflation.

20.12.2022
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Bild von: on Unsplash
Umgerechnet rund 3000 Tonnen Papier könnten in Frankreich jährlich eingespart werden: So viel beträgt das Gewicht aller 30 Milliarden Quittungen, die in unserem Nachbarland an Kunden abgegeben werden – abgeben werden müssen.
Die Pariser Regierung wollte den Abfallberg verringern. Auf Jahresbeginn 2023 hat sie die bestehende Kassenzettel-Pflicht gesetzlich abgeschafft.

Zettel = Überblick

Doch nun wird das Ende der Zettelwirtschaft verschoben, vorerst auf April. Dies bestätigte Handelsministerin Olivia Grégoire gegenüber der Zeitung «Libération». Sie erklärte die Verschiebung mit der hohen Inflation; in Frankreich erreichte die Teuerung im November 6,2 Prozent.
«Die Rückmeldungen von Detailhändlern und Konsumentenverbänden deuten darauf hin, dass der Kassenbon für sehr viele Franzosen ein wichtiges Element ist, um die Preise der gekauften Produkte angesichts der Inflation zu überprüfen», so Grégoire.

Quittung nur auf Verlangen

Zwölf Konsumentenorganisationen hatten die Ministerin darum gebeten. Sie befürchten, dass vielen Kunden, die für ihre Buchhaltung auf die Quittungen angewiesen sind, nicht wüssten, dass sie an den Kassen weiterhin einen Beleg erhalten – wenn auch nur auf Verlangen.
Daher will Grégoire die drei verbleibenden Monaten bis zum Ende der Zettelpflicht nutzen, um die Franzosen über diese Möglichkeit zu informieren.
Der Aufschub betrifft lediglich die Kassenzettel in Geschäften. Bankkartenbelege, Bankautomatenbelege, Gutscheine und Aktions- oder Rabattkarten hingegen bekommen Konsumenten bereits ab dem 1. Januar nur noch auf Verlangen.
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