Bericht: Weniger Stimmkraft für kleine Migros-Genossenschaften

Kleinere Regionalgenossenschaften sollen dereinst innerhalb des Konzern eine geringere Stimmkraft haben: Dies würde das Entscheiden erleichtern.

27.11.2022
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Bild: PD Migros
Statt einige der zehn Regionalgenossenschaften zusammenzufassen, gibt es innerhalb des Migros-Konzerns den neuen Plan, den kleineren einen Teil ihrer Stimmkraft zu entziehen. Dieses Szenario beschreibt heute die «Sonntagszeitung».
«Es sollen nicht zehn Gleichberechtigte entscheiden», zitiert das Blatt einen anonymen «Entscheidungsträger». «Stattdessen ist es es sinnvoll, die Rollen gemäss den jeweiligen Kompetenzen zu verteilen.»
Die nach Umsatz gemessen kleinsten Genossenschaften in der Westschweiz (Genf, Neuenburg-Freiburg, Wallis) und im Tessin würden damit an Einfluss verlieren. Dennoch würden sie kaum Widerstand gegen die Teilentmachtung leisten.
Grund für die Überlegungen: Eine Zusammenführung der regionalen Genossenschaften zu einer einzigen Gross-Genossenschaft – wie dies Konkurrent Coop vor 20 Jahren durchführte – sei in der heutigen Lage der Migros undenkbar. —
Laut dem SoZ-Beitrag ist die Form einer geplanten «Supermarkt AG» weiter umstritten sei. Wie bereits gemeldet, gibt es interne Pläne, wonach solch eine neue Unternehmenstochter die Filialaktivitäten der Migros bündeln soll.
Während einige Genossenschaften die neue Firmeneinheit der «Zentrale» des Migros Genossenschafts Bundes (MGB) unterstellen wollen, würden es andere vorziehen, sie der dem MGB komplett zu entziehen – so wie dies bei der vor zwei Jahren gegründeten Fachmarkt AG gescha (in der die Ladenformate Do it+Garden, Micasa, SportX und M-Electronics gebündelt wurden).
Dort haben lediglich einige der grossen Genossenschaften Einsitz in die Leitung. Ähnlich könnte es auch bei der noch zu gründenden Supermarkt-Gesellschaft kommen. «Die Mehrheitsverhältnisse sollen sich auch im Supermarkt-Geschäft spiegeln», wird eine Quelle zitiert.

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