Nonfood-Discounter Action bestätigt Interesse an Schweiz-Expansion

Der Detailhändler aus den Niederlanden hat eine Schweizer Tochterfirma gegründet. In Europa rollt er gerade das Nonfood-Tiefpreissegment auf. Nun strebt er in die Schweiz.

18.10.2023
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Action-Filiale | Bild: PD Action
Der Schweizer Detailhandel muss sich auf einen neuen Konkurrenten gefasst machen: Der 1993 im holländischen Enkhuizen gegründete Discounter Action hat am 11. Oktober in Basel die Action Switzerland GmbH in das Schweizer Handelsamtsblatt (SHAB) eintragen lassen. Die Niederlassung bezweckt «den Einzelhandel mit Non-Food- und Food-Produkten und Verbraucherprodukten und -dienstleistungen im Allgemeinen, sowie den Import und Export dieser Produkte und Dienstleistungen».
Als Gesellschafterin vermerkt ist die Action Holding B.V. in Zwaagdijk (NL), als geschäftsführende Gesellschafterin mit Einzelunterschrift Hajir Hajji, laut LinkedIn Chief Executive Officer (CEO) von Action. Die Medienstelle des Unternehmens bestätigt gegenüber Konsider, dass die Basler Niederlassung der erste Schritt in einer möglichen Expansion in die Schweiz sein könnte: «Wir sind daran interessiert, unser Geschäft in der Schweiz zu gegebener Zeit zu erweitern.»
Action führt heute nach eigenen Angaben 2'350 Filialen in 11 europäischen Ländern sowie 13 Distributionszentren. Für das Jahr 2022 wies Action einen Nettoumsatz in Höhe von 8,9 Milliarden Euro aus. Insgesamt beschäftigt der Konzern fast 80'000 Personen.
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Die Schweiz als weisser Fleck: Ausschnitt aus einem Fact-Sheet von Action | Quelle: Action
Laut dem deutschen «Handelsblatt» bietet Action 1500 seiner 6000 Produkte zum Preis von unter einem Euro an. Mit diesen Konzept gelang es dem Discounter, der hauptsächlich mit Nonfood-Artikeln und einer Auswahl an Snacks und Getränken handelt, ein Wachstum von 30 Prozent. Der operative Gewinn sei sogar um 46 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gewachsen, so die Zeitung.
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Einblick in eine Action-Filiale | Bild: PD Action
Typisch für Action-Filialen, von denen es in Deutschland zurzeit 500 gibt, sei ihr Lagerhallen-Look und die engen Gänge «zwischen langen, schmucklosen Regalen». Das Sortiment besteht aus 14 Kategorien: von Baumarkt, Garten, Küche und Haushalt über Multimedia, Sport oder Körperpflege bis hin zu Haustiere und Spielzeug. Das Sortiment wechsle ständig, wie der Discounter schreibt. Eingekauft wird in Grossvolumen, was die Preise tief halte.
Im Bundesland Nordrhein-Westfalen seien die weiss-blauen Filialen mit dem «sprechenden Namen» aus vielen Innenstädten nicht mehr wegzudenken, schrieb die Zeitung «WAZ» aus Anlass einer Neueröffnung vor einer Woche.
Seit 2011 gehört die holländische Action-Holding zur Londoner Beteiligungsgesellschaft 3i Group. Damals übernahm sie die Aktienmehrzeit zusammen mit anderen Anlegern für 130 Millionen Euro von der Gründerfamilie. Nach Umstrukturierungen soll 3i heute 80 Prozent von Action besitzen.
Sollte der Konzern den Schritt in die Schweiz tun, wären wohl am ehesten Tiefpreis-Retailer wie Otto's, Aldi und Lidl in dessen Visier. Deren Nonfood-Sortiment unterscheidet sich am geringsten von jenem des allfälligen neuen Konkurrenten. Aber auch der Onlinehandel mit Billigstartikeln – etwa im Direkteinkauf aus China – könnte leiden.
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