Einkaufstourismus: Rom senkt Bagatellgrenze

Damit erachtet es der Detailhandel als noch zwingender, dass Bern nachzieht.

1.02.2024
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«Eng vernetzte Grenzregionen»: Schweizerisch-italienisches Grenzgebiet am Lago Maggiore  |  Bild: Daniele Salutari on Unsplash von: on Unsplash
300 Franken? 150 Franken? 50 Franken? Ab welchen Import-Grenzen die Mehrwertsteuer bezahlt werden muss, ist ein wichtiger Hebel beim Einkaufstourismus. Und folglich ist es ein Dauerdebattenthema. Das Finanzdepartement plant, die so genannte Bagatellgrenze von 300 auf 150 Franken zu senken. Der Handel findet das im Prinzip gut, aber nicht genügend.
Nun bekommt er mit seiner Forderung, die Grenze schon bei 50 Franken anzusetzen, Verstärkung: aus Rom. Denn die italienische Regierung snkt die Bagatellgrenze von rund 150 auf 70 Euro, die neue Regelung gilt ab Februar. Für die Swiss Retail Federation ist klar: Rom «wirbt somit aktiv Schweizer Kunden zum Shoppen im grenznahen Ausland an.»
Im Interesse gleich langer Spiesse müsse nun Bern die Wertfreigrenze auf 50 Franken senken. Die Swiss Retail Federation appelliert in einer Mitteilung gleich auch an die Interessen des Finanzministeriums selber: «Im Jahr 2023 stieg der Einkaufstourismus wieder rasant an, wodurch dem Bund rund 10 Milliarden Franken an Mehrwertsteuer-Steuersubstrat entgingen – knapp 10 Prozent des jährlichen Schweizer Detailhandelsumsatzes!».
  • Wieder deutlich mehr Einkaufstourismus. Im ersten Halbjahr 2023 gaben die Schweizer rund 10 Prozent mehr aus für Einkäufe in den Nachbarländern.
Es sei eine inakzeptable Ungleichbehandlung, im benachbarten Ausland für weniger als 300 Franken steuerfrei einzukaufen und gleichzeitig die ausländische Mehrwertsteuer zurückzufordern: «So werden Auslandseinkäufer doppelt gegenüber den inländischen Konsumenten bevorteilt.»
Und durch solche Ungleichgewichte werde die Einkaufsnachbarschaft in den eng vernetzten Grenzregionen zu einem einseitigen Einkaufstourismus, «der durch das Fehlen gleich langer Spiesse zwischen den Marktteilnehmern gekennzeichnet ist.»
  • handel
  • non-food
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