Wieder deutlich mehr Einkaufstourismus

Im ersten Halbjahr gaben die Schweizer rund 10 Prozent mehr aus für Einkäufe in den Nachbarländern.

10.08.2023
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Handelstechnisch heikle Gegend: Einkaufsmagnet Konstanz (oben), Schweizer Gemeinde Kreuzlingen (unten)  |  Bild: Google Earth
Letztes Jahr bekam man phasenweise das Gefühl, die Shopping-Tour nach Konstanz, Lörrach oder Como sei ausser Mode geraten. Die Fachleute meldeten eine rückläufige Tendenz – wozu beitrug, dass die Preise im EU-Raum deutlich stärker gestiegen waren als in der Schweiz. Der Unterschied wurde also ein bisschen kleiner.
Aber jetzt zeigt sich offenbar, dass DM, Hornbach, Rewe & Co. ihren Reiz bewahrt haben. Wie die Swiss Retail Federation meldet, setzten Herr und Frau Schweizer im ersten Halbjahr 2023 wieder deutlich stärker auf Einkäufe im Ausland als im gleichen Vorjahreszeitraum.
Insgesamt nahmen die Zahlungen in den Nachbarländern um 10,2 Prozent zu. Und die höchsten Wachstumsbeiträge lieferten dabei Grenzkantone wie Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Genf, Jura, Neuenburg, St. Gallen und Tessin. Das eruierte die Swiss Retail Federation durch Auswertungen von Debit- und Kreditkartentransaktionen des grössten Kartenakzeptanz-Providers.

Gleich lange Spiesse

Angesichts dieser Entwicklung fordert der Detaillisten-Verband, dass In- und Auslandkonsum steuerlich gleich(er) behandelt wird: Wer aus dem Ausland Waren innerhalb der Freigrenze von 300 Franken einführt, kann sich heute die ausländische Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen und muss keine schweizerische Mehrwertsteuer bezahlen. Die Swiss Retail Federation fordert nun, den doppelten Steuervorteil für Auslandseinkäufe zu beenden, indem die Wertfreigrenze auf 50 Franken gesenkt wird; dies entspricht der Bagatellgrenze in Deutschland (50 Euro), ab der Schweizer Einkaufstouristen die deutsche Mehrwertsteuer zurückfordern können.
Denn laut einer Studie der Universität St. Gallen hat würde die Kundschaft mit ihrer Senkung auf 50 Franken rund 33 Prozent weniger Einkäufe im Ausland tätigen.
  • Grænsepriser: eine Idee aus Dänemark. Ein Discounter kämpft mit Spezialpreisen dagegen, dass die Kunden für den Wocheneinkauf nach Deutschland fahren – und dreht den Spiess um.

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