FMCG: Die Zahl der Produkte-Innovationen in Europa sackt ab

Neues lancieren? Jetzt lieber nicht. Momentan entstehen ein Drittel weniger Konsumgüter-Innovationen als noch vor zwei Jahren.

10.10.2022
image
Erfolgreiche Marktdurchsetzung 2021: Sodastream-Sirups von PepsiCo. Screenshot aus dem Imagefilm.
Wieviele neue oder verbesserte oder angepasste Produkte gibt es pro Jahr in Europa? Offenbar immer weniger. Dies meldet der Daten- und Marktforschungsriese NielsenIQ: Laut seinen Erhebungen sank die Zahl der Innovationen im Konsumgüter-Bereich von fast 54'000 im Jahr 2019 auf 38'000 im letzten Jahr; erfasst wurden Daten aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Grossbritannien, also aus Europas Hauptmärkten.
Dieser Trend setzte sich 2022 fort, so die Meldung, die Nielsen im Rahmen ihres jährlichen «Breakthrough Innovation Awards» veröffentlichte.
Die Analytiker von NielsenIQ erklären das mit den üblichen Problemen – Inflationsdruck, drohende Wirtschaftskrise, Lieferketten-Lücken, steigende Energie- und Rohstoffpreise: All dies lenke von Innovationen ab.
  • Zur Studie — Zur Medienmitteilung — Zum Thema.
An den Kunden liegt es offenbar nicht: Eine klare Mehrheit von 94 Prozent der FMCG-Konsumenten zeigt sich in NielsenIQ-Erhebungen offen dafür, Neues auszuprobieren. Und nur 6 Prozent lehnen neue Artikel oder Produktanpassungen kategorisch ab.

Auch ein Schweizer Problem

Obendrein ergab unlängst eine andere internationale Studie, dass die Schweizer Detailhänder bei Innovationen ihren europäischen Kollegen eher hinterher hinken. Laut der Erhebung der Beratungs-Firma Kearney aus Chicago sind «die meisten Innovationen der Schweizer Händler (...) inkrementell, imitierbar und nicht differenzierbar, was bedeutet, dass sie nicht viel zum Branding der Einzelhändler beitragen.»
Im Vergleich zu US-Detaillisten würden die Schweizer zu wenig in zukunftsweisende Technologien und in Innovationen mit Kundenvorteilen investieren, so die Studie «Growth and Innovation in Food Retail».
Und weiter: Coop und Migros hätten trotz ihrer reichen Innovationsgeschichte («beispielsweise bei Einkaufswagen und Produktdisplays») in den letzten fünf Jahren weniger Neuerungen hervorgebracht als die internationale Konkurrenz und reine Online-Player.
Anders als der US-Retailer Walmart, der 92 Prozent seiner mehr als 2000 Patente in den letzten sechs Jahren anmeldete, entfielen bei Migros und Coop nur gut 25 Prozent der insgesamt 102 Patente auf die letzten fünf Jahre.
  • industrie
  • food
  • konjunktur
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Spar Schweiz: Holpriger Start ins neue Jahr

Der Umsatz der Handels-Kette lag in den vergangenen Wochen spürbar tiefer als im Vorjahr.

image

SV Group: Zwei Rochaden an der Spitze

Swiss-CFO-Markus Binkert übernimmt im Herbst das Steuer der Gastro- und Hotelmanagement-Gruppe.

image

Lidl steigert Lohnsumme leicht über der Inflation

Dabei steigen die Mindestlöhne um 50 Franken pro Monat. Die Arbeitnehmer-Organisationen äussern sich zufrieden.

image

Landi spürte den nassen Frühling und den milden Herbst

Die Genossenschaftsgruppe meldet für 2023 – wie schon im Vorjahr – einen Umsatzrückgang.

image

Food-Onlinehandel stagnierte letztes Jahr

Dabei konnten die Grossen Marktanteile gewinnen – also Migros Online und insbesondere Coop.ch

image

Diageo: Neuer Commercial Director für den Schweizer Markt

Der neue Manager kommt von Bacardi.