Globus-Mitbesitzerin Signa erhält 400 Millionen Euro Kapital

Laut einem Medienbericht hat die finanziell bedrängte österreichische Holding von bisherigen Eignern eine Geldspritze erhalten. Ein Verkauf der Globus Gruppe komme nicht in Frage, so Signa.

23.07.2023
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Das Warenhaus Globus Basel nach dem Umbau (bisherige Planung) | Visualisierung: PD Globus
Dank einer Kapitalspritze von 400 Millionen Euro erhält die zu 50 Prozent an der Schweizer Globus Gruppe beteiligten Signa Holding aus Österreich eine finanzielle «Erleichterung». Das schreibt die «Sonntagszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe. Das Unternehmen habe mit wirtschaftlichen Problemen infoge hoher Zinszahlungen, die sie für ihre Immobilien in europäischen Städten begleichen muss, zu kämpfen.
Die Finanzspritze von vier der fünf Besitzer der Holding kommt in einer Zeit, in der Ratingagenturen die Aktien der Gesellschaft auf «Junk» zu setzen drohen, so der Bericht. Die Signa Holding – beziehungsweise deren Mehrheitseigner René Benko – betreibe zurzeit zudem «einen regelrechten Ausverkauf» mit dem Verkauf mehrerer Immobilien in Wien und Berlin. Unter anderem veräusserte Benko im März 2023 49,9 Prozent des Kaufhauses des Westens (KaDeWe) in Berlin an die thailändische Central Group – die hälftig auch an der Globus Gruppe beteiligt ist.
Diese investiert momentan 300 Millionen Franken in die Renovation von vier ihrer neun Warenhäuser in der Schweiz (Basel, St. Gallen, Zürich-Bellevue und Zürich-Bahnhofstrasse). Laut Signa-Sprecher Christoph Richterich würden «die bisherigen Zahlen zeigen, dass die Ergebnisse durch die Investitionen deutlich verbessert werden konnten».
Globus Basel macht Arkaden zu Schaufenstern
Nach zwei Jahren dauernden Verhandlungen mit dem kantonalen Baudepartement und der Denkmalpflege darf Globus die markanten Arkaden seines Warenhauses in Basel in Schaufenster umwandeln. Das berichtete die «bz Basel» letzte Woche (hier, hier). Globus bezahle für den bisherigen «Strassenraum» und beteilige sich an den Kosten der Allmendgestaltung «markant».
Die Arkaden stammen aus den siebziger Jahren. Das Ziel sei es, die historische Fassade des Jugendstilgebäudes an der Ecke Marktplatz/Eisengasse soweit möglich wieder in den Zustand vor dem Umbau von 1974 zurückzubauen, wird Globus-Sprecher Christoph Richterich im Artikel zitiert. Es handle sich «in erster Linie um einen behutsamen Rückbau der Fassade in den historischen Originalzustand».
Ein Verkauf des Signa-Anteils an Globus – etwa an die Mitbesitzerin Central Group – komme aber trotz angespannter Finanzlage nicht infrage, so Richterich. Signa und Central Group würden in Europa «schon viele Jahre zusammen(arbeiten)». Die Weiterentwicklung und der Ausbau der gesamten europäischen Luxus-Warenhausgruppe in Partnerschaft mit Central Group seien «strategische Kernziele von Signa, ebenso wie das gemeinsame langfristige Halten der entsprechenden Warenhauskonzerne».
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