Greenpeace kritisiert Retouren-Management von Galaxus

Die NGO behauptet, 10 Prozent der zurück gesandten Produkte würden zerstört. Die Migros-Tochter kontert, die Ware sei recycelt worden.

14.11.2023
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Retourenware bei Galaxus: Diese kämen als «gebraucht und geprüft» zurück in den Handel | Bild: PD Galaxus
Zerstört die Migros-Tochter Digitec Galaxus zurückgeschickte Ware? Greenpeace machte den Test und versah laut der Westschweizer Zeitung «Le Temps» eine Reihe von Retouren, die das NGO an das Onlinewarenhaus Galaxus zurückschickte, mit Trackern. Diese machen den weiteren Weg der Ware verfolgbar. Und prompt sollen 10 Prozent der Artikel in Fremdbetrieben zerstört worden sein, so Greenpeace.
Galaxus widerspricht im Zeitungsartikel: Diese zehn Prozent seien von den Kunden nicht in der Originalverpackung zurück geschickt worden und nicht mehr verkäuflich gewesen. Deshalb würden sie aussortiert und recycelt – nicht aber zerstört. «Wir zerstören die Produkte nicht, sondern recyceln sie als letztes Mittel», lässt die Medienstelle der Migros-Tochter verlauten.
Insgesamt würden 1,75 Prozent aller Bestellungen zurückgeschickt, so Galaxus. 70 Prozent davon komme in der Originalverpackung an, bei 30 Prozent sei die Verpackung geöffnet. Produkte in der Originalverpackung würden direkt wieder zum Verkauf angeboten. Jene aus geöffneten Verpackungen könne Galaxus zu zwei Drittel neu verpacken und als «Gebraucht + geprüft» erneut verkaufen. Ein Grossteil der nicht mehr zu verkaufenden Artikel würden gespendet, und nur jede 20. Retoure lande bei einem Recyclingpartner.

Greenpeace lässt Protest-E-Mails versenden

Der Begriff «Vernichtung» sei irreführend, in der Praxis würden die Geräte in der Schweiz recycelt. «Ein Grossteil der Rohstoffe wird so wiederverwendet». Die Recyclingquote liege laut einem Experten bei 95 Prozent. Das heisst: Nur 5 Prozent des übrig gebliebenen Materials gehe in den Abfall.
Aktuell lässt Greenpeace unter dem Titel «Fast alles. Ausser transparent» vorformulierte E-Mails an Digitec Galaxus schicken, in denen der Händler aufgefordert wird, keine Neuwaren zu vernichten. Die vereinfachte Begründung auf der entsprechenden Website: «Dennoch ist klar, dass der Detailhändler Neuwaren vernichtet. Das Unternehmen gibt zu, dass 10 Prozent der unverkauften Haushalts- und Elektronikartikel direkt zum Recycling geht.»
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