Migros: Reto Sopranetti lobt die Regional-Struktur

Der Chef von Migros Aare – der umsatzstärksten M-Genossenschaft – würde wohl ungern das Kind mit dem Bade ausschütten.

14.11.2022
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«Klare Absicht unseres Gründers»: Reto Sopranetti, Geschäftsleiter Genossenschaft Migros Aare  |  Bild: PD
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Nachdem Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen Ende Oktober seinen Rücktritt angekündigt hatte, fanden Medien und Migros-Beobachter rasch den entscheidenden Stolperstein: Die mühselige, komplizierte, antiquierte Struktur mit den Regionalgenossenschaften. Sie habe einerseits Zumbrunnen zermürbt und verbaue andererseits der Migros den Weg in eine dynamischere Zukunft. So die gängige These.
Dem widerspricht nun der Chef einer der grossen Migros-Genossenschaften: Reto Sopranetti, seit April Geschäftsleiter der der Migros Aare, sieht vor allem Vorteile im heutigen Aufbau.
«Die Struktur mit den eigenständigen Genossenschaften entspricht der klaren Absicht unseres Gründers und hat zu einer erfolgreichen Migros geführt. Das föderale System ist nahe am System der Schweiz», sagte Sopranetti bei einem Mediengespräch. «Der Bund» vermeldet das unter dem Titel «Der Migros-Aare-Chef schreckt vor der grossen Reform zurück».

Nah bei Kunden, Produzenten, Lieferanten

Grosse Vorteile der Struktur seien zudem die «Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden, aber auch zu den Produzenten und Lieferanten, der grosse Beitrag an die Wertschöpfung in einer Region und die Nähe zum regionalen Geschehen».
Und angesichts des Vorwurfs, dass die Migros wegen ihrer Struktur viele Grössenvorteile nicht ausspielen kann, befand Sopranetti: Es gebe auch so Möglichkeiten, um weitere Synergien zu nutzen.
Als Leiter der umsatzstärksten Regionalgenossenschaft mit gut 11'000 Angestellten gilt Sopranetti fast zwangsläufig auch als denkbarer Nachfolger für Zumbrunnen an der MGB-Spitze.
Beim Mediengespräch wiegelte er auf entsprechende Fragen ab: «Das Bewerbungsverfahren ist am Laufen, und ich möchte mich dazu nicht äussern. Ich bin sehr gern bei der Migros Aare und möchte dieses Unternehmen vorwärtsbringen.» Worauf der «Bund» folgerte: «Mit einer solchen Aussage nimmt er sich jedenfalls nicht aus dem Rennen.»

Fachmärkte unter Vorjahr

Zur laufenden Geschäftsjahr meinte Sopranetti: «Im Supermarktgeschäft sind wir umsatzmässig gut unterwegs. Die Zahlen liegen fast auf dem Niveau des Vorjahres.» Letztlich werde das Weihnachtsgeschäft entscheidend; allerdings dürften die Fachmärkte bei der Migros Aare aber die Vorjahreszahlen kaum erreichen.
Zum Vergleich: Vor knapp zwei Wochen hatte der Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz, Peter Diethelm, «ein kleines, aber nicht dramatisches Umsatzminus» fürs laufende Jahr angekündigt. In einem Interview mit dem «Tagblatt» in St. Gallen sagte Diethelm, die Migros-Genossenschaften Ostschweiz und Luzern seien «bei den besseren dabei».
Und trotz des erwähnten kleinen Umsatzminus gewinne die Migros Ostschweiz ein bisschen Marktanteile – was wiederum zeige: «Unsere Mitbewerber haben die gleichen Probleme und Herausforderungen wie wir.»

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