«Unsere Mitbewerber haben die gleichen Probleme»

Die Migros Ostschweiz dürfte 2022 ein kleines Umsatzminus verbuchen: Dies sagte Geschäftsführer Peter Diethelm in einem Interview.

2.11.2022
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Peter Diethelm  |  Bild: PD
  • handel
  • migros
Die Migros-Supermärkte sind unter Druck – also sind es auch die diversen Genossenschaften: Diese Darstellung läuft seit der Rücktritts-Ankündigung von MGB-Chef Fabrice Zumbrunnen gerüchte- und spekulationsweise durch die Medien.
Nun nahm erstmals ein Migros-Genossenschafts-Chef – aka «Regionalfürst» – Stellung dazu. Im laufenden Geschäftsjahr 2022 werde seine Genossenschaft «ein kleines, aber nicht dramatisches Umsatzminus» ausweisen, sagte Peter Diethelm, Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz, in einem Interview mit dem «Tagblatt» in St. Gallen.
Die Migros-Genossenschaften Ostschweiz und Luzern seien «bei den besseren dabei», so Diethelm etwas allgemeiner zur Lage.
Trotz des erwähnten kleinen Umsatzminus gewinne die Migros Ostschweiz ein bisschen Marktanteile – und dies wiederum zeige: «Unsere Mitbewerber haben die gleichen Probleme und Herausforderungen wie wir.»
Peter Diethelm leitet die Ostschweizer Genossenschaft seit 2015 und wird nun auch als möglicher Nachfolger von Fabrice Zumbrunnen beim MGB gehandelt. Im Interview mit dem «Tagblatt» nennt er als Herausforderungen einen gewissen Rückgang nach den (für Supermärkte) positiven Corona-Effekten des Vorjahres. Und er erwähnt die Preissteigerungen bei Strom, Diesel für die Lastwagen, Verpackungsmaterialien oder in der Beschaffung – «alles ist teurer geworden. Auch in der Migros sind Preise von Artikeln in praktisch allen Sortimenten erhöht worden.»

«Jetzt beginnt es zu kippen»

Dazu rechnet er vor, dass die Migros Ostschweiz 2021 eine Minusteuerung von 1,6 Prozent verzeichnete. Deshalb betrage die Teuerung im Zwölfmonatsvergleich bislang bloss 0,2 Prozent. «Doch jetzt beginnt es zu kippen, in den nächsten Monaten wird die Teuerung auf das Preisniveau draufkommen.»
Unterm Strich werde die Migros Ostschweiz dieses Jahr «weniger verdienen, aber ein vernünftiges Ergebnis ausweisen», so Diethelms Fazit. Dies «unter anderem wegen der Teuerung, die unsere Einkaufskonditionen verschlechtert und die wir nicht vollständig auf die Kundschaft überwälzen können, weniger verdienen, aber ein vernünftiges Ergebnis ausweisen.» Schliesslich plane man auch «weitere Investitionen in unsere Leistungen und Standorte, und dafür brauchen wir einen Gewinn.»
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