Post schliesst Direct-Mail-Tochter – 422 Stellen weg

Die Direct Mail Company wird nur noch bis Juni 2024 Flyer und Prospekte verteilen. Insgesamt sind sogar fast 4'000 Menschen betroffen.

25.10.2023
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Symbolbild: Mathyas Kurmann on Unsplash von: on Unsplash
Die Direct Mail Company AG der schweizerischen Post verteilt unadressierte Werbung wie Flyer oder Prospekte sowie Gratiszeitungen. Zu ihren wichtigsten Kunden gehören Detailhändler wie Denner, Volg oder Interdiscount – doch die Branche setzt bekanntlich immer weniger auf Prospekte, «Handzettel» und Aktionsflyer aus Papier.
Und so werden auch bei der Direct Mail Company bald die Lichter gelöscht: «Aufgrund erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten sieht DMC keine andere Möglichkeit, als ihre Zustellorganisation einzustellen», teilt der Post-Konzern mit.
Ab Juni 2024 werden alle Flyer und Prospekte durch die Post zugestellt. Bei DMC sind 3'855 Mitarbeitende von diesem Schritt betroffen. Das ist eine enorm hohe Zahl, aber es handelt sich dabei zumeist um Personen, die im Stundenlohn zu Kleinstpensen arbeiten – in der Regel tragen sie während 3 bis 8 Stunden pro Woche Werbung aus. Hinzu kommen 72 Vollzeitmitarbeitende, zumeist Gebietsleiter. Insgesamt handelt es sich dabei um 422 Vollzeitäquivalente.
Zum Thema:
Laut der «Handelszeitung» spielte Denner eine Rolle beim Schliessungsentscheid: Der Detailhändler wird sich im nächsten Jahr bei DMC zurückziehen, so die HZ unter Berufung auf zwei interne Quellen. Die Denner-Medienstelle bestätigte den Sachverhalt.
Der Personalverband Transfair zeigt sich in einer Mitteilung «bestürzt», dass Angestellte mit einem Nebenverdienst Gefahr laufen, ihre Arbeit zu verlieren. «Für viele Mitarbeitende ist der DMC-Lohn ein wichtiger Zustupf zum knappen Einkommen, oft am oder unter dem Existenzminimum», sagt Diego Frieden, Verantwortlicher für die Sozialpartnerschaft mit DMC bei Transfair: «Dass so viele Leute nun den Job verlieren könnten, wäre für Betroffene ein Schicksalsschlag.»
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