Stell dir vor: Du kriegst Geld zurück – aber darfst die Online-Lieferung trotzdem behalten…

In China erlauben nun auch Taobao und JD.com Rückerstattungen ohne Umtausch. Damit schliessen sie zu Konkurrent Pinduoduo auf.

4.01.2024
image
In China tobt der Konkurrenzkampf unter den Onlinehändlern: Li Yang on Unsplash von: on Unsplash
In China gehören sie zu den grössten Onlinehändlern: Taobao und JD.com. Seit rund einer Woche geben sie nun Geld zurück – ohne dass die Käufer die gelieferte Ware retournieren müssen; dies meldet das chinesische Onlineportal «Sixth Tone», das zur Shanghai United Media Group gehört.
Diese Regelung gilt, wenn die Lieferzeit die vereinbarte Dauer überschreitet oder wenn ein Käufer ein Produkt erhält, das er nicht bestellt hat. Käufer können dazu auch eine Rückerstattung anfordern, wenn sie ein Produkt nach Erhalt nicht behalten wollen.
Kommt also beispielsweise ein bestelltes Smartphone ein paar Tage später als versprochen, dann erhält man das Geld zurück – aber muss das Gerät nicht zurücksenden.
  • Media Markt heisst auf Chinesisch Méitǐ shìchǎng

Pinduoduo wächst rasant

Mit dieser Praxis übernehmen beide Online-Giganten die umstrittene Rückerstattungs-Politik des Konkurrenten Pinduoduo, der damit in der Vergangenheit bei den Kunden punktete – auch zum Ärger der anderen Händler.
Sie riefen zum Boykott auf oder zogen Pinduoduo vor Gericht. Pinduoduo betreibt auch die E-Commerce-Plattform Temu, die in Europa ein rasantes Wachstum erlebt.
Onlinehändler JD.com, der in China für den Verkauf von Elektronikprodukten bekannt ist, führt die «Geld-zurück-ohne-Rückgabe» ab Freitag ein – und zwar auf alle Verkäufe auf der Plattform. Eine Rückerstattung ohne Rücksendung sei auch dann zulässig, wenn Qualitätsprobleme bei einem Produkt vorhanden sind.
Während viele den Schritt als einen Segen für den Konsumenten- und auch Umweltschutz bezeichnen, haben andere Bedenken über die allgemeinen Auswirkungen auf den chinesischen oder auch weltweiten E-Commerce-Markt.
  • e-commerce
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
1 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Auch interessant

image

Galaxus plant Logistik-Hub in Süddeutschland

Die Ausbau-Möglichkeiten in der Schweiz scheinen langsam zu eng für das Online-Warenhaus.

image

Alfies: Supermarkt-Artikel plus Spezialitäten

Die Schweiz hat einen neuen Quick-Delivery-Player. Alfies aus Österreich wagt im Raum Zürich den ersten Schritt ins Ausland.

image

Galaxus: Deutlich höhere Nachfrage nach Velo-Produkten

Insgesamt verkaufte das Online-Warenhaus letztes Jahr rund 15 Prozent mehr Sportartikel.

image

On verkauft sich jetzt auch über Zalando

Der Zürcher Sportartikel-Hersteller erhält damit Zusatz-Präsenz in 22 Märkten.

image

Schätzung: Amazon entzieht dem Schweizer Detailhandel 1,1 Milliarden Umsatz

Der US-Konzern konnte seine Umsätze hierzulande deutlich steigern: Dies kalkulieren die Berater von Carpathia.

image

Ricardo: Alltagsgüter verdrängen Luxus

Im vergangenen Jahr engagierten sich deutlich mehr Anbieter und Kunden auf dem Online-Marktplatz; die Zahl der verkauften Artikel stieg aber weniger steil.