Bericht: Bundesrat will Freigrenze für Einkaufstouristen halbieren

Wer im Ausland einkäuft, soll künftig nur noch Waren für 150 statt 300 Franken mehrwertsteuerfrei einführen dürfen.

13.11.2023
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Das bei Ostschweizern beliebte Lago-Einkaufszentrum in Konstanz (D) | Bild: PD
Seit Anfang 2023 nimmt der Einkaufstourismus wieder zu: Im ersten Halbjahr haben Schweizer Konsumenten 10 Prozent mehr «ennet der Grenze» eingekauft als im Vorjahr, wie die Swiss Retail Federation im August meldete (mehr dazu hier).
Nun will der Bundesrat das Ausmass des Shoppingtourismus durch die Halbierung der Wertfreigrenze für mehrwertsteuerfreie Einkäufe von 300 auf 150 Franken pro Tag pro Konsument halbieren. Das melden die Zeitungen der Tamedia-Gruppe heute.
Mehrere Quellen hätten bestätigt, dass der Bundesrat mit einem ensprechenden Vorschlag in die Vernehmlassung gehen will. Der Betrag von 150 Franken stellt einen Kompromiss zwischen der aktuellen Grenze von 300 Franken und der Forderung des Detailhandels dar: Die Swiss Retail Federation möchte eine Senkung auf 50 Franken. Laut einer Studie der Universität St. Gallen würden Schweizer Konsumenten mit einer Senkung der Freiwertgrenze auf 50 Franken rund 33 Prozent weniger Einkäufe im Ausland tätigen.
50 Franken entspäche der Bagatellgrenze in Deutschland (50 Euro), ab der Schweizer Einkäufer in Deutschland die Mehrwertsteuer zurückfordern können.
Österreich setzt diese Limite bei 75 Euro an, Frankreich bei 175 Euro und Italien bei 155 Euro. Dagmar Jenni von der Swiss Retail Federation pocht denn auch weiter auf eine Wertfreigrenze von 50 Franken. Zwar sei sie froh, «dass die ungleiche Behandlung von Einkaufstouristen und Schweizer Kunden bei der Mehrwertsteuer endlich angegangen» werde. 150 Franken seien aber zu hoch angesetzt, die Wertfreigrenze müsse weiter sinken.
  • Grænsepriser: Eine Idee aus Dänemark. Ein Discounter kämpft mit Spezialpreisen dagegen, dass die Kunden für den Wocheneinkauf nach Deutschland fahren – und dreht den Spiess um.

  • handel
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