Die nächste Manor-Spekulation: Jérôme Gilg zu Migros

Oder wie lässt sich der überraschende und rasche CEO-Wechsel an der Spitze der Warenhauskette Manor sonst erklären?

25.01.2023
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Jérôme Gilg, Roland Armbruster  |  Bilder: PD Manor.
Es war die Branchenmeldung der Woche: Nach ziemlich genau vier Jahren als Chef von Manor wird Jérôme Gilg abgelöst. Nun übernimmt Roland Armbruster vom italienischen Gruppo Coin das Steuer der traditionsreichen Kaufhaus-Kette.
Bemerkenswert war dabei erstens, dass die Verabschiedung von Jérôme Gilg im offiziellen Communiqué recht trocken ausfiel, ohne Lob, ohne Dank des Verwaltungsrates.
Zweitens, dass der Wechsel recht rasch erfolgt – nämlich per 1. Februar 2023.
Und drittens, dass die CEO-Rochade unmittelbar nach einem vielbesprochenen Branchen-Gerücht kommuniziert wurde: Denn die «Handelszeitung» hatte erst am Freitag vermeldet, dass Manor verkauft werden soll.
Und jetzt also ein neuer Chef? Das scheint zumindest die Verkaufs-These zu entkräften.

«…einen ganz besonderen Platz»

Jerôme Gilg himself hatte die Meldung am Freitagabend noch im Intranet dementiert, gemeinsam mit dem Konzernchef des Mutterhauses Maus Frères, Thierry Guibert. Und nun, am Mittwoch, begrüsste Guibert den neuen Manor-Chef mit dem Satz: «Roland Armbruster wird seine Branchenkenntnisse und seine internationale Erfahrung einbringen, um Dynamik und Transformation bei Manor weiter voranzutreiben – ein über 100-jähriges Unternehmen, welches einen ganz besonderen Platz in unserer Gruppe und in der Schweizer Handelslandschaft einnimmt.»
Das tönt eher nach einem Bekenntnis zu Manor. Und insgesamt wirkt es, als ob die 1902 gegründeten Traditionsfirma gar nochmals Schub erhalten soll – so nach dem Motto: Es gelten immer noch dieselben Ziele wie bei der Einsetzung von Jerôme Gilg im Januar 2019 (siehe das damalige Communiqué) – nämlich Digitalisierung, Omnichannel, Effizienzsteigerung. Aber jetzt, bitte schön, mit etwas mehr Dynamik.
Dies wäre also die Erklärung Nummer eins: Es geht um einen Neustart bei Manor, nachdem die Maus-Tochter in den letzten Jahren von Corona- und Standort-Pech verfolgt wurde und in der Omnichannel-Entwicklung eher spät dran ist. Und wie macht man solche Neustarts überlicherweise? Mit einem Trainer-Wechsel.

Zwei Jobs bei der Migros

Die These Nummer zwei bieten die Zeitungen der CH Media, sie lautet: Gilg wird fahnenflüchtig. Hier wird der schnelle, nicht ganz erklärte Abgang bei Manor zusammengerechnet mit der Tatsache, dass es bei der Migros ein oder zwei offene Chefsessel gibt.
Jerôme Gilg könnte demnach also bei der Migros landen. Sei dies, um MGB-Chef Fabrice Zumbrunnen zu ersetzen – der französisch-schweizerische Doppelbürger folgt auf den Romand. Oder sei dies als Führungsfigur bei der (denkbaren, geplanten, derzeit in Kommissionen diskutierten) Ausgliederung des M-Supermarkt-Geschäfts.
«Gilg könnte mit seinem CV als externer Kandidat für das Findungsgremium der Migros durchaus eine Option sein. Er kennt die Schweizer Detailhandelslandschaft in- und auswendig», so der Kommentar: «Als Jumbo-Chef lernte er das Fachmarktgeschäft, als Manor-CEO das Food- und Non-Food-Business.»
Aber das ist, um klar zu sein, eine reine Spekulation. Die Zeitung erwähnt auch keine anonymen Quellen, die mehr dazu wüssten.
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