Migros 2022: Rekordergebnis – dank Hotelplan und Gastronomie

Über 30 Milliarden Umsatz, doch die Supermärkte verzeichneten 2022 ein Minus von 2 Prozent.

17.01.2023
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Bild: PD Migros
Rekordumsatz dank Hotelplan, Freizeit und Gastronomie. Rückgänge in den Super- und Fachmärkten. Das Jahr 2022 ist für den Migros-Konzern mit gemischten Gefühlen zu Ende gegangen.
  • Der Gruppenumsatz stieg um 3,9 Prozent auf 30'069 Milliarden Franken und verzeichnet damit einen Rekordwert. Doch die Details zeigen, dass die Migros in mehreren Bereichen Haare lassen musste:
  • Der Detailhandelsumsatz in der Schweiz ist mit 23'115 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahr leicht, um 0.2 Prozent gesunken.
  • Die Super- und Verbrauchermärkte haben daran einen Anteil von 12,276 Milliarden Franken, was einen Rückgang um 3 Prozent gegenüber Vorjahr bedeutet. Grund: Kleinere Warenkörbe der Kundschaft.
  • Die Fachmärkte Micasa, SportXX, Bike World, Do it + Garden, Melectronics und OBI haben 2022 deutlich weniger gut geschäftet – wegen der «gedämpften Konsumnachfrage» im ersten Nach-Covid-Jahr, wie der Konzern schreibt. Der Umsatz verringerte sich hier um 6,7 Prozent auf 1'612 Milliarden Franken (mehr dazu hier).

Online wächst – dank Digitec Galaxus

  • Im E-Commerce wuchs der Gesamtumsatz zwar um 15,3 Prozent auf 3'737 Milliarden Franken. Der Online-Supermarkt Migros.ch allerdings verzeichnet eine Reduktion um 0,7 Prozent gegenüber Vorjahr und schliesst mit 328 Millionen Umsatz ab.
  • Digitec Galaxus, das Online-Warenhaus der Migros, wuchs hingegen um 7.4 Prozent. Gewachsen ist vor allem das Deutschland-Geschäft mit einem Plus von fast 80 Prozent.
  • Auch Denner, die Discount-Tochter der Migros, weist ein Umsatzminus auf: Mit Verkäufen in der Höhe von 3'686 Milliarden sank die Zahl um 3,2 Prozent gegenüber Vorjahr. Denner habe dennoch Marktanteil gewinnen können, schreibt die Migros.
  • Migrolino mit seinem Convenience-Geschäften erreichte einen Umsatz von 784 Millionen Franken: plus 5,1 Prozent. Migrol erreichte «aufgrund des stark gestiegenen Erdölpreises», wie die Migros schreibt, um 23,7 Prozent gestiegene Verkäufe in Höhe von 1'794 Milliarden Franken. Beide Segmente gehören wie Denner und Digitec Galaxus zum Departement Handel der Migros.
  • Hotelplan trug entscheidend zum Gesamtplus des Konzerns bei: Die Reisegruppe der Migros erzielte einen Nettoumsatz von 1'435 Milliarden Franken, ein Plus von 122.5 Prozent, das auf die Erholung nach dem schwachen Covid-Jahr 2021 zurückzuführen ist.
  • Die Migros-Gastronomie konnte ihre Umsätze unter verbesserten Bedingungen nach den Covid-Lockdowns um 46,5 Prozent auf 577 Millionen Franken steigern.
  • Ebenfalls gewachsen ist der Bereich Gesundheit, auf den der abtretende Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen stark gesetzt hat. Die Sparten und Marken Medbase, Fitness (Movemi), Bestsmile und Misenso steigerten ihren Umsatz um 18,9 Prozent auf 746 Millionen Franken. Der Anteil von Medbase beträgt 523 Millionen Franken und verzeichnet ein Plus von 6,7 Prozent. Ein guter Teil des Wachstums ist auf Zukäufe zurückzuführen.

Coop wächst schneller

Im Vergleich zu Coop ist die Migros 2022 erneut ins Hintertreffen geraten. Coop profitierte auch letztes Jahr insbesondere vom Aufschwung ihrer Engros-Handelssparte mit dem Flagschiff Transgourmet und dem stärker wachsenden Onlinehandel (mehr dazu hier).
Die Zahlen der Migros Bank für 2022 werden am 24. Januar veröffentlicht. In den vergangenen Jahren hat sie entscheidend zu positiven Gewinnzahlen der Migros-Gruppe beigetragen. Seine Ertragszahlen macht der Konzern erst an der Bilanz-Medienkonferenz des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) am 28. März publik.
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