Nestlé lanciert jetzt Pizza-Automaten

Die Nestlé-Marke DiGiorno will in den USA Pizzen auf Knopfdruck verkaufen. Anderswo lässt Nestlé neuerdings die Finger vom Geschäft mit Tiefkühlpizzen.

16.08.2023
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Pizza-Back-Station in den USA von DiGiorno/Nestlé | Bild: PD Nestlé USA
Es gibt sie schon seit Jahren. Doch in der letzten Zeit sind Pizza-Backautomaten häufiger zu sehen – insbesondere seit den Covid-Jahren 2020/21 und ihren Kontakteinschränkungen.
Sie tragen Namen wie Let's Pizza, PizzaForno oder PizzaSelf24. Oder neu: DiGiorno to go.
Unter diesem Namen steigt der Schweizer Food-Riese Nestlé in den USA ins Geschäft mit den Pizzeriaboxen ein. Die Nestlé-Marke DiGiorno, die für tiefgekühlte Pizzen im Retailsegment steht, lanciert dort laut einer Mitteilung des Konzerns auf LinkedIn so genannte DiGiorno Kiosks.
Die Automaten backen eine tiefgekühlte (TK-)Pizza mit einfachem Käse- und Peperoni-Belag in drei Minuten auf – für 9 Dollar pro Stück, wie das Fachmagazin «Food Dive» in Erfahrung gebracht hat.
Die ersten beiden Automaten stehen in einem Walmart-Supermarkt in Colorado sowie in einer Nestlé-eigenen TK-Fabrik in Ohio.

Keine Pizzen mehr in Kanada

Die neuen Pizza-Outlets stehen in einem gewissen Gegensatz zu den Zielen von Nestlé im benachbarten Kanada, wo das Unternehmen im Frühling 2023 beschlossen hat, Tiefkühlprodukte wie Pizzen der Eigenmarken Delissio oder Lean Cuisine aus dem Sortiment zu kippen. Nestlé wolle sich auf Kategorien konzentrieren, die ein «langfristiges Geschäftswachstum» versprechen, hiess es damals.
Das gilt offenbar nicht für den benachbarten US-Markt. Für diesen hat Nestlé im letzten Dezember die TK-Snacks des Brands DiGiorno als Food-Trends für das Jahr 2023 erkannt (hier).
CEO Mark Schneider meinte derweil im Frühling gegenüber Analysten zum Thema Pizzaverkäufe: «Bitte beachten Sie, dass unsere Situation in den USA eine ganz andere ist (als in Kanada, die Red.) und unsere Aussichten dort viel besser sind.»

Joint-venture in Europa

In Europa bringt Nestlé aktuell das offenbar wenig profitable und gesundheitspolitisch heikle Geschäft mit den Gefrierpizzen in ein Joint-venture mit dem französischen Private-Equity-Firma PAI Partners ein. «Wir haben unser europäisches Pizzageschäft gründlich unter die Lupe genommen und sind zum Schluss gekommen, dass die Partnerschaft mit PAI die beste Basis bietet, um das volle Potenzial zu entwickeln», kommentierte Marco Settembri, CEO Nestlé Europe, damals den Deal.
In Frankreich wiederum schloss Nestlé im April 2023 seine Tiefkühlpizza-Fabrik in Caudry, nachdem ein Kolibakterien-Vorfall im Frühjahr 2022 zu einem Skandal und einem mehrmonatigen Produktionsabbruch geführt hatte. Als einer der Gründe für das Ende des Betriebs führte Nestlé einen Einbruch beim Umsatz mit den dort hergestellten Buitoni-Pizzen an.
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