Vögele Shoes ist am Ende: Alle Filialen schliessen, sämtliche Mitarbeiter werden entlassen

Die Nachlassstundung zögerte den Untergang nur etwas hinaus. In den letzten Wochen sacken die Umsätze nochmals ab.

29.11.2022
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Bild: PD Vögele Shoes
Die Angestellten der Schuhkette Vögele erhielten heute die Hiobsbotschaft: Alle Filialen werden geschlossen. Dies meldet der «Blick» unter Berufung auf eine Filialleiterin: «Die schriftliche Kündigung sollen wir alle morgen Mittwoch bekommen.»
Der Sachverhalt wurde inzwischen von Christian Müller bestätigt. Der Präsident der Karl Vögele AG sagte gegenüber dem «Blick»: «Vögele Shoes stellt die Geschäftstätigkeit per Ende Jahr ein.» Die Verkäufe hätten sich seit Beginn der Nachlassstundung nicht wie geplant entwickelt; Gespräche mit potenziellen Investoren hätten zu nichts geführt.
Die Schliessung trifft 131 Beschäftigte. Zuletzt betrieb das Traditions-Unternehmen noch 28 Filialen.

Pandemie-Opfer

In einem Communiqué präzisierte Christian Müller dann auch, dass Vögele in den letzten Wochen nochmals einen «massiven und in dieser Form nicht planbaren Rückgang der Nachfrage» erleben musste. Daher sehe man keine nachhaltige Zukunft für das Unternehmen.
Als Vögele im vergangenen Juni in Nachlassstundung geriet, erklärte es die Notlage mit der «generell angespannten Lage im Einzelhandel aufgrund steigender Lebenshaltungskosten sowie den Verwerfungen im Nachgang der Pandemie».
Die Karl Vögele AG war da immer noch der zweitgrösste Schuhändler der Schweiz – nach Dosenbach, vor Walder. Doch die Firma litt seit längerem unter rückläufigen Umsätzen; sie geriet mehr und mehr unter Druck durch einen dynamischen internationalen Online-Handel, und zuletzt verschärfte Covid-19 die Lage. Die «Handelszeitung» spricht heute von einem «Tod auf Raten».

Pionier im Schuh-Versand

Gegründet wurde der Betrieb als Schuhmacherei 1922. Ab 1955 war Vögele ein regelrechter Pionier, indem es einen Schuh-Versandhandel aufzog. In der Hoch-Zeit danach betrieb das Familienunternehmen aus Uznach über 160 Filialen und war allen im Land ein Begriff.
Doch nach der Jahrtausende wurde die Karl Vögele AG zu einem Beispiel dafür, wie die Digitalisierung einen traditionellen Traditionsbetrieb in die Bredouille bringt. 2018 verkaufte die Familie das Unternehmen mehrheitlich an die CCC Group in Polen, welche es drei Jahre später an die CM.Shoes in Hannover und die Investmentfirma GA Europe in Hannover weiterreichte.
  • Die deutsche Schuhhandels-Kette Görtz ist in Schieflage. Sie erklärt es mit «enormer Kaufzurückhaltung».
Man ziehe sich «aus strategischen Gründen aus dem stationären Schuhhandel in der Schweiz», erklärte das CCC-Management dazu.
Damals führte Karl Vögele 116 Geschäfte. Im Sommer die Filial-Liste des Unternehmens noch 81 Schweizer Standorte. Doch auch die letzten zwei Dutzend Geschäfte schafften die Rettung nicht.
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