Kleider und Schuhe: Online-Handel ist meistens defizitär

Im Textil- und Schuh-Sektor schreiben zwei von drei Händlern im E-Commerce rote Zahlen – so eine Erhebung in Deutschland.

6.03.2023
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Bedingt onlinetauglich: Auslage in einem Schuhgeschäft. Bild: Gio Rey Tabernero on Unsplash von: on Unsplash
Der Fall von Peek & Cloppenburg brachte es erneut ans Licht: Wenn ein Modehändler ins Online-Geschäft eintritt und sich zu einem Omnichannel-Haus mausern will, kann das gehörig schief gehen. Der grösste deutsche Kleider-Handelshaus mit 67 Geschäften meldete bekanntlich am Freitag Insolvenz an – und eine Erklärung fand sich darin, dass die Digitalkosten zu hoch waren.
Wie verbreitet das Problem ist, das sich hier auftut, zeigt eine Umfrage des Verbands BTE in Deutschland. Die Vertretung der Textil-, Schuh- und Lederwarengeschäfte befragte im Januar ihre Mitglieder nach den Online-Aktivitäten. Und heraus kam:
  • Fast drei Viertel der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sich ein eigener Webshop für sie betriebswirtschaftlich (Vollkostenrechnung) nicht lohnt.
  • Auch beim Plattform-Verkauf und beim Engagement in den Sozialen Medien vermeldete mehr als die Hälfte ein Defizit-Geschäft.
  • Über alle Online-Kanäle hinweg schrieben also fast 60 Prozent der Händler mit ihren Digital-Verkäufen rote Zahlen.
Da zeigt sich also wieder mal das bekannte Muster: Es gibt Erfolgsgeschichten wie Zalando, die den Massenmarkt aufrollen. Es gibt interessante Nischenplayer, denen die Digital-Kanäle das passende Publikum zuführen. Aber für das grosse Feld der mittelgrossen, mittelpreisigen und eher unspezifischen Anbieter entpuppt sich der digitale Weg oft als Sackgasse. Man erinnere sich an die Karl Vögele AG, die auf der Suche nach einem dualen Geschäftsmodell beim Konkursrichter landete.

Online? Ohne uns.

Und so ergab die Umfrage des Verbands BTE in Deutschland auch, dass sich eine Mehrheit der Kleider- und Schuhhändler weiterhin auf den stationären Verkauf konzentrieren will.
In Zahlen: Einen eigenen Webshop hatten 35 Prozent der Umfrageteilnehmer eingerichtet, fünf Prozent dabei im letzten Jahr. Weitere fünf Prozent waren bei der Befragung im Januar 2023 noch in der Planung eines Webshops. Und eine Mehrheit von 56 Prozent lehnte die Idee eines eigenen Online-Stores ab.
Den Verkauf über Social Media-Kanäle praktizierten vor 2022 gut 30 Prozent – und rund 50 Prozent hatten keine entsprechenden Pläne.
Über Online-Plattformen verkauften ziemlich genau die Hälfte der befragten Händler; demnächst einrichten wollen diesen Vertriebsweg weitere vier Prozent. Und 46 Prozent lehnten den Verkauf über Marktplätze ab.
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