Gerry Weber schliesst 122 von 175 Geschäften

Der Zerfall der Mittelklass-Modebranche setzt sich fort. Diesmal ohne Überraschung.

26.06.2023
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Künftig mehr verkaufen lassen als selber verkaufen: Mode von Gerry Weber  |  Bild: PD
Dass Gerry Weber in Nöten ist, war bekannt. Die deutsche Fashion-Gruppe musste Ende April ein sogenanntes vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren einleiten. Nun wird klar, dass es nicht abgeht ohne drastischen Einschnitt: Laut einer Mitteilung vom Montag Nachmittag wird Gerry Weber 122 seiner Filialen in Deutschland schliessen.
Der Schritt kostet rund 425 Stellen. Gerry Weber müsse sich nun auf den «gesunden Kern» konzentrieren, so die Erklärung. Gemeint ist damit insbesondere das Grosshandels-Geschäft, auf das sich der Konzern künftig wieder verstärkt fokussieren wird – um damit zu seinen Wurzeln zurückkehren, so Konzernchefin Angelika Schindler-Obenhaus.
Es habe sich als falsch erwiesen, selber auf einen starken Ausbau des Filialnetzes zu setzen.
In der Schweiz führt Gerry Weber rund 20 Standorte. Das Auslandsgeschäft wird in der Mitteilug vom Montag nicht erwähnt. Gut möglich, dass die hiesigen Filialen eine seriöse Chance haben. Denn bei der Ankündigung des Insolvenzverfahrens im April hiess, es das Wholesale-, das E-Commerce- und das Auslands-Geschäft seien nicht betroffen: Sie seien erfolgreich.

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