Detailhandel Schweiz: Das läuft in den Filialen

Die 24-Stunden-Dorfmetzgerei ++ Candy-Cooking im Duty-Free ++ Bäckerei-Sterben ++ Shopping-Center stoppt Abendverkauf …

8.06.2023
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Alles griffbereit: Metzgerei Kern in Ennenda GL  |  Bild: PD
Dorfmetzgerei wird zu Self-Scanning-Shop. Dass Konzerne wie Migros oder Valora mit Selfscanning- und 24-Stunden-Stores experimentieren – dies ist allseits bekannt. Die Metzgerei Kern in Ennenda zeigt nun, dass heutige Technologien auch dem kleinen Detaillisten von nebenan neue Perspektiven eröffnen. Denn bei Kern können die Kunden seit knapp einem Monat ihre Waren selber wählen und scannen. An einigen Stunden ist noch Verkaufspersonal vor Ort, ansonsten ist der Selbstbedienungsladen von frühmorgens bis Mitternacht geöffnet. Auslöser für den Schritt war der eklatante Personalmangel, sagte Geschäftsführer Urs Kern zur «Südostschweiz»: Er zwang die Metzgerei schon letztes Jahr dazu, phasenweise das Verkaufslokal zu schliessen.
Ricola: Candy-Cooking vor dem Start. Mama, wie macht man eigentlich Bonbons? Dazu bot der Kräuterbonbon-Hersteller Ricola auf dem Flughafen Zürich an mehreren Wochenenden Live-Vorführungen. Im Dufry-Duty-Free-Store erhielt Ricola eine Fläche für ein Popup zur Verfügung gestellt, wo die Passagiere das Candy-Cooking verfolgen konnten – und wo auch ein Kräuterfeld aufgebaut wurde. Initiiert wurde die Sache von Dufry, das Ricola im Rahmen seiner «Best of Switzerland»-Kampagne einlud. «Wir haben Ricola gebeten, Grenzen zu überschreiten, und sie haben es getan», sagte Dufry-Manager Philippe Moryl gegenüber dem Fachblog «Moodie Davitt Report».
Drei Bäckereien weniger. In Adliswil schliessen die beiden Filialen der Bäckerei Peter. Damit gibt es in der Zürcher Vorortgemeinde noch zwei Bäckereien, so die «Zürichsee-Zeitung». — In Obergösgen schliesst die Bäckerei Zimmermann. Geschäftsführer Markus Zimmermann nannte gegenüber dem «Oltner Tagblatt» den Fachkräftemangel als Hauptgrund. «Meine Woche beträgt regelmässig zwischen 60 und 70 Arbeitsstunden. Auf Dauer kann ich das nicht mehr leisten und wir haben alles versucht, um ausgebildete Fachkräfte zu unserer Entlastung zu finden. Doch der Markt ist ausgetrocknet.»
Neuer Rüedu. Die Hofladen-Kette Rüedu hat einen weiteren Standort eröffnet: Der neue Shop-Container steht in Biglen und ist jeweils von 6 bis 22 Uhr in Betrieb. Damit gibt es nun landesweit – genauer: in den Kantonen Zürich und Bern – insgesamt 27 Automaten-Shops des Unternehmens.
  • Neue Idee: Lebensmittel neben Bancomaten. Der Automaten-Shop-Betreiber Rüedu bietet seine Früchte, Backwaren oder Milchprodukte in Bowil in der Raiffeisen-Filiale an.
Shopping-Center ohne Abendverkauf. Der City-Märt in Aarau verzichtet auf den donnerstäglichen Abendverkauf: Ab Juni 2023 schliessen die Tore bereits um 19 Uhr – statt wie seit Jahren um 20 Uhr. Die Anpassung geschehe wegen veränderter Kundenbedürfnisse, sagte Helena Husser, die Präsidentin der IG City-Märt, zur «Aargauer Zeitung».
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Abends zu ruhig: Innenstadt-Shopping-Center «City-Märt» in Aarau.  |  Bild: PD
Basel: Migros-Eatery statt Bahnhofs-Buffet. Eine neue Migros-Eatery im Bahnhof Basel SBB versammelt diverse Food-Spezialitäten: Auf rund 500 Quadratmetern stehen im ehemaligen Basler Bahnhofsbuffet neue Angebote zur Verfügung, etwa eine Barista Bar plus eine Gelateria, ein Sushi-Anbieter, ferner Poké Bowls, vegetarische BabaCous-Spezialitäten oder gefüllte Pitas.
Neues Konzept: Mikro-Bäckerei zum Zuschauen und Mitmachen. In Frauenfeld eröffnet der Bäcker-Konditor Alfred Bau ein Geschäft, wo man einerseits der Entstehung der Produkte von aussen zuschauen kann – und wo Baur andererseits Kurse über die Kunst des Brot-Backens anbietet. Speziell wird die Sache zudem, weil die ganze «Bäckerei Brotvernissage» nur auf wenigen Quadratmetern in einem alten Gebäude Platz findet: Backstube, Verkauftresen, Schaufenster – das geht alles in einem.
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Kann man lernen: Brot à la Alfred Bau  |  Bild: PD
Migros schliesst OBI in Affoltern am Albis (ZH): Per Ende August 2023 wird der Standort des OBI Baumarkts im Knonauer Amt geschlossen – nur zwei Jahre nach seiner Eröffnung. Grund: «Das Ende der Boomphase während der Corona-Pandemie in der Baumarktbranche und die negative Konsumentenstimmung», so ein Communiqué. Der letzte Verkaufstag ist der Samstag, der 26. August 2023. 33 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. Die Schliessung des Fachmarkts in Affoltern habe keine Auswirkungen auf die weiteren Schweizer OBI-Märkte.
Melectronics-Filiale in Rothenburg (LU) macht zu: Per Ende Juni 2023 beendet die Migros den Betrieb des Standortes nach Auslaufen des bestehenden Mietvertrags mit Ikea. Laut einer Mitteilung der Migros Luzern erfolge «aufgrund der Absicht, sich künftig auf die bestehenden Filialen in den Einkaufscentern zu konzentrieren». Die zehn Mitarbeiter werden innerhalb der Migros Luzern weiterbeschäftigt.
Lidl: Zukunftsfiliale blockiert. In Männedorf am Zürichsee plant Lidl eine «Zukunftsfiliale», die neue und höchste energetische Anforderungen erfüllt. Doch der Baustart – erst für 2022, dann für dieses Jahr geplant – verzögert sich weiter. Aus der Bevölkerung gingen Rekurse ein, der Fall liegt nun vor dem Konkursgericht.
Nike und Viu ins Emmen Center. Die Schweizer Brillenmarke Viu Eyewear und der US-Sportriese Nike eröffnen im Sommer neue Standorte im Emmen Center. Der Nike-Store wird eine Verkaufsfläche von rund 600 Quadratmetern haben. — Im Glattzentrum wurde Anfang Mai der erste Nike-Store im Land eröffnet, betrieben von der Retailors Ltd, einem wichtigen Nike Stores Partner.
Ladurée mit Mini-Shop. Klein ist süss: Nach diesem Motto hat die französische Konditorkette Laduréee ihren fünften Ableger in der Schweiz eröffnet. Die Macarons-Boutique in Montreux beansprucht nur 30 Quadratmeter.
Triumph lanciert neues Store-Konzept. Unter dem Namen «My Atelier» eröffnet der Wäschehersteller im Zürcher Zentrum Sihlcity einen neuen Store. In der Folge soll das Konzept in ganz Europa ausgerollt werden. Die «My Atelier»-Filialen bieten unter anderem Kunst von jeweils lokalen Künstlerinnen und Künstlern.
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«Rheinpark» wird modernisiert. Die Migros Ostschweiz plant eine Erneuerung des Einkaufszentrums «Rheinpark» in St. Margrethen. Die Anlage, 1974 eröffnet, wurde zuletzt 2009 modernisiert. Unter anderem soll eine Misenso-Optik-Filiale einziehen. Das Projekt soll dieses Jahr beginnen und dauert bis zum Abschluss der letzten Etappe bis 2026.
Modegeschäfte schliessen. Das Stadtberner Mode- und Schuhgeschäft Olmo schliesst den G-Stare Store am Theaterplatz und den Olmo Splendid in der Von-Werdt-Passage. Dies meldet die «Berner Zeitung». Das Unternehmen erklärt den Schritt mit dem Druck des Internet-Handels. Die beiden verbleibenden Olmo-Geschäfte in Bern werden weitergeführt.
Letzter Laden in Holderbank schliesst. Ende Juni wird der Denner in Holderbank nach vier Jahrzehnten geschlossen. Damit verliert die 700-Seelen-Gemeinde den letzten Laden. Dies berichtet die «Solothurner Zeitung».
Umbau des Coop Bischofszell ist abgeschlossen. Vom 4. bis 6. Mai wird die Coop-Filiale in Bischofszell (TG) wieder eröffnet. Die Kunden erwartet mit dem Coop-Partner Panetarium eine Bäckerei mit Café. Offener, heller und einladender sei der Laden geworden, sagt Filialleiter Daniel Schori. Dazu gekommen ist eine bediente Metzgerei mit zusätzlicher Fischtheke und die Molkerei mit einem «schmucken Chäs-Chessi aus Holz». Das Sortiment in den Bereichen Wein und Convenience wurde ausgebaut und sechs Self-Checkout-Kassen stehen zur Verfügung.
Fjällräven eröffnet Flagship-Store in Zürich. Die aus Schweden stammende Outdoor-Marke Fjällräven, die für ihre Rücksäcke bekannt ist, zieht nach Zürich. Am 26. Mai 2023 öffnet ihr erster Brand-Store an der Löwenstrasse seine Tore. In die Filiale integriert ist ein «Tailor Shop»: eine hauseigene Schneiderei, die Anpassungen und Änderungen sowie Reparaturen und einen Wax-Service anbietet. Dazu kommt ein «Community-Bereich», in dem Veranstaltungen stattfinden sollen.
Unverpackt-Läden wollen diversifizieren. Sowohl der Unverpackt-Laden «Froh-Natur» in der Rheinfelder Altstadt als auch sein Pendant «Gisler Regioladä» in Unterägeri möchten ihre Angebote ausweiten. Das meldet die «Aargauer Zeitung» beziehungsweise die «Luzerner Zeitung». Freddy Gisler macht den schleppenden Geschäftsgang und das Kaufverhalten der Kunden, die sich immer weniger hochwertige Produkte leisten wollen, für seine Umschau nach neuen Konzepten verantwortlich. Ein Verkauf steht ebenfalls als letzte Option zur Wahl. Für Froh-Natur-Inhaberin Sybille Probst ist nur «Lebensmittel zu verkaufen» zu wenig. Sie möchte verstärkt Selbstgemachtes verkaufen und den Laden mit einem Bistro ergänzen.
Outletcenter meldet Rekordjahr. Das «Fashion Fish» in Schönenwerd erzielte 2022 beim Umsatz wie bei den Besucherzahlen einen Zuwachs – und übertraf damit das Rekord- und Vor-Corona-Jahr 2019. Dies sagte CEO Robert Meier zur «Solothurner Zeitung», allerdings ohne Zahlen zu nennen. Seit der Gründung 2005 habe «Fashion Fish» fast jedes Jahr «ein bisschen Plus» gemacht, so Meier, «sowohl bei den Besucherzahlen als auch beim Umsatz – bis auf die Pandemiejahre 2020 und 2021 natürlich.» 2022 habe sich ein Mieter zurückgezogen (weil er nur noch Online verkaufen will). Als Nachmieter gewonnen wurde Puma.
The Circle: Gewichtiger Abgang. Das Möbelhaus Bruno Wickart ist aus dem Zürcher Airport-Center «The Circle» ausgezogen. Das inhabergeführte Möbelunternehmen habe «trotz solider Umsatzentwicklung» aus persönlichen Gründen beschlossen, sich aufs Stammgeschäft im Kanton Zug zu konzentrieren, so eine Flughafen-Sprecherin gegenüber der «Aargauer Zeitung». Bruno Wickart hatte eine Verkaufsfläche von rund 600 Quadratmetern.
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Hat Platz: Hauptplatz von «The Circle».
Volg in Hütten schliesst. Die Landi Zimmerberg schliesst die Volg-Filiale in der Ortschaft Hütten bei Wädenswil. Der Ort mit rund 900 Einwohnern musste unlängst erst die Einstellung der Dorfmetzgerei verschmerzen.
Grieder jetzt auch mit Secondhand. Der Luxusmodehändler Bongénie Grieder eröffnete Mitte April im Basler Geschäft einen Shop-in-Shop. Gemeinsam mit Reawake wird nun Secondhand-Markenmode angeboten. Bis Ende Jahr sollen die Grieder-Filialen in Genf und Lausanne nachziehen. «Secondhand-Artikel grosser Marken sind ein echter Trend, insbesondere bei der jüngeren Generation», sagte Co-CEO Loïc Brunschwig in den CH-Media Zeitungen: Er hoffe, so eine neue und junge Kundschaft in die Geschäfte zu locken.

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Migros Basel wird immer automatischer. Anfang April eröffnete die Migros in Basel einen Melectronics-Automaten: Das Gerät bietet quasi einen 24-Stunden-Zugang zu kleineren Elektronikartikeln wie Batterien, Ladekabeln, USB-Sticks, Kopfhörern oder Powerbanks. Mitte April folgt bereits der nächste Streich: In Aesch (BL) steht bei der Sportanlage Trailcenter nun ein Automat der Migros-Marke BikeWold: Hier ist das Sortiment auf den schnellen Veloreparaturbedarf ausgerichtet, zudem gibt es Getränke und Sport-Snacks. Weitere Automaten seien in Planung.

Plexiglas schützt Kassenpersonal

Die Covid-Ängste haben sich gelegt – dennoch: Sowohl Migros als auch Coop werden die Plexiglas-Scheiben an den Kassen behalten. Diese kleine Meldung bringt «Baseljetzt», mit einer interessanten Erklärung der Migros: Man habe festgestellt, dass es dadurch «deutlich weniger» Krankheitsfälle bei den Angestellten gebe.
Abgänge im Shopping-Center. Das Luzerner Einkaufszentrum Schönbühl hat bedenkliche Leerstände: Dies meldet «Zentralplus». Mit dem Ende des Reformhauses Müller und dem Auszug des Schuhgeschäfts Dosenbach verlor das Zentrum bereits wichtige Mieter. Nun folgt der Delikatessenladen «Gut’s Genuss» und gibt den Standort auf: Der Betrieb im Schönbühl rentiere kaum noch, so Geschäftsführerin Regina Gut.
Lidl jetzt in Uster. Der Discounter hat Mitte April in Uster einen neuen Standort mit rund 1'100 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet. Er bietet rund 2'000 Produkte und beschäftigt 20 bis 25 Personen.
Viertage-Woche im Sportgeschäft. Der Fachhändler Mondo Sport in Murten führt ab Juni 2023 die Viertagewoche ein. Das Geschäft ist künftig nur noch am Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag geöffnet; der Donnerstag (als umsatzschwächster Tag) entfällt.
Dies meldet die «Sonntagszeitung», wobei sie Mondo-Sport-Gründer Heinz Egger zitiert: «Dieser Schritt braucht Mut. Aber ich habe keine andere Wahl, um für die Angestellten und die Kundschaft attraktiv zu bleiben.» Der Clou: Obwohl die Angestellten nur noch an vier Tagen arbeiten, bekommen sie weiterhin den vollen Lohn. Heinz Egger sei überzeugt, dass der Betrieb mit der Viertagewoche besser für die Zukunft gerüstet ist und die Qualität sogar noch steigern kann, so die SoZ.
PKZ eröffnet weitere Filiale. Der Modehändler PKZ baut in der Region Zürich aus und hat eine Niederlassung im Seedamm-Center in Pfäffikon eröffnet. Auf gut 400 Quadratmetern richtet sich der PKZ-Men-Store an Interessenten für Business- wie Freizeitmode beziehungsweise für Marken wie Hugo Boss, Windsor, Paolini, Tommy Hilfiger oder Paul Kehl.
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PKZ Men im Seedamm-Center  |  Bilder: PD
Nikin mit Store in Basel. Die Schweizer Kleidermarke kam bislang ohne eigene Geschäfte aus – abgesehen vom Verkauf am Sitz in Lenzburg. Nun eröffnet sie in der Bahnhofs-Passerelle in Basel einen Popup-Store, Dauer: Bis zum Beginn des allgemeinen Umbaus. Nikin ersetzt dort den «L'Occitane»-Shop.
Migros: Filial-Rochaden in der Ostschweiz. Die Migros-Filiale in Neunkirch wird seit Monatsbeginn von Gilbert Kretz geleitet. Er löst Tamara Zimmermann ab, die künftig die Migros Sulgen führen wird.
Die Plauderkassen bleiben. In einem Pilotprojekt in Basel betrieben die Migros und die Apothekengruppe TopPharm seit Oktober 2022 je eine «Plauderkasse»: Dort durften die zahlenden Kunden länger verweilen, Stressen war unerwünscht und man konnte das Gespräch mit den Angestellten suchen. Das Angebot wurde vor allem von Älteren geschätzt und erwies sich als Erfolg. Nach der Evaluation beschlossen die Beteiligten, dass die Plauderkassen weitergeführt werden.
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Bild: PD Migros Basel.
Auch Valora setzt auf Self-Checkout. Die Kioske des Muttenzer Konzerns werden ab Februar teilweise mit Self-Checkout-Kassen ausgerüstet. Wie die «Handelszeitung» erfuhr, sind mittlerweile – Ende März – 35 der 800 K-Kioske mit solchen Systemen ausgerüstet.
Coop: Neueröffnungen und neue Chefinnnen. Der Coop Schaffhausen Riet wurde Ende März nach einem siebenwöchigen Umbau neu eröffnet; die Verkaufsfläche ist nun um 25 Quadratmeter vergrössert und beträgt 515 Quadratmeter. Die Filiale wird geleitet von Karin Schwarze. +++ Der Coop Busswil (BE) hat eine neue Leiterin: Deborah Müller, zuvor Geschäftsführerin im Coop Biel SBB, übernahm das Amt von Nathalie Lewillon. ++ Der Coop in Brittnau (AG) wurde nach einer Modernisierung wieder eröffnen – nun mit Self-Checkout-Terminals und einer Post-Agentur. Geleitet wird die Filiale von Fernanda Sava.
Langnau: Widerstand gegen Lidl. Gegen einen neuen Lidl-Markt in Langnau wird das Referendum ergriffen; im Widerstand bündeln sich SP, GLP und der Verein Dorfbild Langnau. Streng rechtlich geht es um den Bebauungsplan, aber primär wollen die Kritiker den Detailhandel im Dorf schützen. Befürchtet wird, dass sich die Kundenströme zersplittern, weil die – etwa einen Kilometer ausserhalb geplante – Lidl-Filiale viele Menschen aus dem Dorfzentrum abzieht. Was obendrein Mehrverkehr schaffen würde.
Zürich: Neuer Spar in neuem Quartier. In der «Greencity» im Zürcher Quartier Leimbach hat Spar einen Supermarkt eröffnet. Zum Konzept des Quartierladens mit rund 600 Quadratmetern Fläche gehört eine «Natural Zone» mit biologischen, vegetarischen und veganen Produkten. Einige davon werden offen zum Selberabfüllen angeboten.
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Der neue Spar in Zürich  |  Bild: PD
Freiburg: Neuer Jumbo — Jumbo weg. Ende März wird das Einkaufszentrum Fribourg-Sud neu eröffnet: Die Anlage in Villars-sur-Glâne war für 103 Millionen Franken erneuert worden. Frisch an Bord sind Livique und Jumbo. Andrerseits wurde der Jumbo in Marlan Mitte März 2023 geschlossen. Er wird umgewandelt in einen Coop-Supermarkt mit rund 6'000 Quaddratmetern Verkaufsfläche.
Ein weiterer Langstrassen-Coop? An der «Piazza Cella» – dem Party-Hotspot an der Langstrasse in Zürich – müssen ein Club und eine Bar schliessen, um einem Wohnhaus mit angeschlossenem Lebensmittelladen Platz zu machen. Das ist bestätigt. Unbestätigt ist die Information der Lokal-Site Tsri, wonach ein Coop Pronto einzieht. In rund 200 Metern Distanz befindet sich bereits ein Coop-Supermarkt.
Biel: Neuer Geschäftsleiter. Im Coop-Megastore Bahnhof von Biel übernimmt Ricardo Da Silva die Leitung. Zuvor leitete er den Coop-Megastore in Biberist. Die Niederlassung in Biel befindet sich in einem etappenweisen Umbau. Die Gesamteröffnung mit einer Verkaufsfläche von 5'000 Quadratmetern ist für Ende 2023 geplant.
Winterthur: Coop Seen fertig saniert. Die Coop-Filiale in Winterthur-Seen erhielt im Rahmen einer Renovation eine auf 800 Quadratmeter erweiterte Verkaufsfläche; sie bietet nun mehr Frischprodukte und Weine an – Self-Checkout-Kassen. Geführt wird der Standort von Vlad Petru Sirbu.
Quellen: Firmenangaben, «Coopzeitung», «Gsünder Basel», «Langenthaler Tagblatt», «Landbote», «Freiburger Nachrichten», «Bieler Tagblatt», «Handelszeitung», «Prime News»
Belp: Landi baut erste Schnellladestation. Die Genossenschaft Landi Aare plant im Rahmen eines Umzugs einen neuen Standort in Belp. Dabei sollen erstmals auch E-Ladestationen neben einer Landi-Filiale entstehen – es wären sechs Lader für Autos und zwei für Nutzfahrzeuge. Geplant sind rund 20 Millionen Franken an Investitionen.
Trimbach: Drogeriekette Müller plant eine neue Filiale. Sie soll im Dezember 2023 eröffnet werden. Der deutsche Drogerie-Discounter führt in der Schweiz derzeit rund 70 Geschäfte.
Riddes: Ikea baut Standort Nummer 10. Der schwedische Möbelkonzern hat in Riddes im Kanton Wallis mit dem Bau eines neuen Möbelhauses begonnen. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2024 geplant.
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Bald Top 10: Ikea-Schweiz-CEO Jessica Anderen beim Spatenstich in Riddes.  |  Bild: PD
Cham: Migros plant zweite Filiale. Auf dem so genannten «Papieri-Areal» in Cham entsteht bis 2026 eine Migros-Filiale. Es wird ein M-Supermarkt mit 480 Quadratmetern Verkaufsfläche; er ist rund 1000 Quadratmeter kleiner als die bereits bestehende Filiale in der Zuger Gemeinde.
Sins: Coop erweitert Standort. Im Rahmen eines Auszugs im gleichen Gebäude wird die Verkaufsfläche um rund 180 auf 1280 Quadratmeter vergrössert und ein grösserer Kundenlift eingebaut.
Thun: Orell Füssli plant einen neuen Standort. Die Filiale im «Zentrum Oberland» soll rund 280 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassen. Die Eröffnung ist für August 2023 geplant.
Zara schliesst in Zug. Nach zehn Jahren gibt der Inditex-Konzern im Sommer den Zara-Store in der Zuger «Metalli» – rund 1'900 Quadratmeter gross – auf. Im Februar schloss bereits C&A sein Geschäft im innerstädtischen Einkaufszentrum.
Quellen: Firmenmeldungen, «Zuger Zeitung», «Der Bund».

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